Startseite
Lebenslauf
Engagement und Ehrenamt
APO TR 2016/17/18/19
 APO Trier 2014/15
Forschungen KVK ab 2015
Stolpersteine Trier ab 2005
Lyrik 1980-2005
Kommentare 2014
Kommentare 2013
Kommentare 2012
 Stadtrat Trier 2009-11
Ortsbeirat Kürenz 2009-2014
Rezension R. Marx
Whistleblowing DIE LINKE
Arbeitskreis
Kontakt
Impressum
     
 


An dieser Stelle soll wegen des tragischen Verlustes unserer Stoplersteinhomepage im letzten Jahr die Geschichte der Stolpersteinverlegungen in Trier ab dem 12.02.2005 anhand von Aufzeichnung dokumentiert werden.

Hinweis: Diese Seite liest sich fortlaufend von Oben nach Unten!
               (Also genau entgegengesetzt zu den anderen Seiten meiner Homepage)

1. Der Kulturverein Kürenz e.V. und die Stolpersteinverlegungen in Trier [weiter]

2. Dokumentation und Reden zur ersten Stolpersteinverlegung am 12.05.2005 in Trier-Kürenz sowie weitere Projekte mit Schüler/innen des AVG [weiter

3. Weihbischof Leo Schwarz segnet die Stolpersteine vor dem Priesterseminar in Trier [weiter]

4. Wiedersehen in der Heimat (von Thomas Schnitzler) [weiter]

5. Stolpersteinverlegung am 18.11.12 am Hinterausgang des Brüderkrankenhauses in Trier
   [weiter]

6. Kommentar zur Vortragesreihe in der Bezirksärtzekammen in Trier am 29.11.12 [weiter]

7. Kommentar zur wissenschaftlichen Aufarbeitung der Missbrauchsfälle in der Katholischen Kirche und zur Wahrnehmung von Verantwortung für den eigenen Berufsstand in der Bezirksärtzekammer Trier zur Zeit des Nationalsozialismus: "Meinnungsfreiheit ist eine Farce, wenn die Information über die Tatschen nicht garantiert ist." (Hannah Arendt, Wahrheit und Politik, S. 339; In: Übungen im politischen Denken, 1968/2012.) [weiter] (10.01.12)

8. Zu den Hintergründen des schmerzlichen Verlusts der ursprünglichen Stolperstein-Homepage "Stolpersteine-Trier.de" des Kulturvereins-Kürenz e.V., die eine der ersten und umfangreichten in Deutschland war, siehe diverse Artikel unter dem Button "Kommentare 2012". (11.01.12)

9. Neue Stolpersteine in Trier: Seit Jahren organisiert der Kulturverein Kürenz e.V.
Stolpersteinverlegungen mit dem Künster Gunther Demnig in Trier. Der nächste Termin, zu dem Gunther Deming in Trier 14 neue Stolpersteine verlegen wird, findet am 18.03.12 in Trier statt. Es werden zwei Verlegeorte besucht. Neben dem Brüderkrankenhaus (Hinterausgang), wird zum ersten Mal auch die ehemalige "Hinrichtungsstätte" für "Fahnenflüchtige" (sog. Deserteure) auf dem Grüneberg ein neuer Gedenkort in Trier. Hier die Presseerklärung des Kulturvereins [weiter] (25.02.13)

10. Hintergründe zum Streit zwischen der Ärztekammer in Trier, dem Brüderkrankenhaus und dem Historiker PD Dr. Thomas Schnitzler zur Aufarbeitung der NS-Medizingeschichte in Trier u.a. auch in Bezug zu Euthanasie- und Sterilisationsopfern, für die der Kulturverein Kürenz in Zusammenarbeit mit dem Künstler Gunther Demnig wiederholt Stolpersteine zur Erinnerung vor Ort verleg hat.

Kommentare von Johannes Verbeek und von Thomas Schnitzler sowie ein Leserbrief an den TV von Thomas Schnitzler, dessen Veröffentlichung der TV abgelehnt hatte. 
[weiter] (31.08.13)    

11. Vorabankündigung einer Sonderausgabe der Stadtteilzeitung "Cürencia" zu den Stolpersteinverlegungen des Kulturverein Kürenz e.V. sowie zu den Streitigkeiten zwischen der Ärztekammer in Trier, dem Brüderkrankenhaus und dem Historiker PD Dr. Thomas Schnitzler. 
Voraussichtliches Erscheinungsdatum: Ende Oktober 2013.
(31.08.13)

12. Eine Gegendarstellung von PD Dr. Thomas Schnitzler zum Beitrag „Unbequeme Wahrheit“ von Bernd Wientjes TV v. 14.-15.9 2013: Bis heute wurde der Leserbrief von Thomas Schnitzler vom TV weder abgedruckt noch beantwortet. Darum an dieser Stelle sein Originalschreiben zur Berichterstattung zum Vortrag von Götz Aly bei der Bezirksärztekammer in Trier ...[weiter] (24.09.13) 

13. Der Kulturverein Kürenz e.V. führt weitere Stolpersteinverlegungen in Trier durch:
Im Dezember 2013 hat der Kulturverein Kürenz e.v. nach einer Mediation mit der Arbeitsgemeinschaft Frieden Trier die langjährige Kooperation zum gemeinsamen Zwecke von Stolpersteinverlegungen mit dem Künstler Gunther Demnig zwischen den beiden Initiativen aufgekündigt. Nach verschiedenen Selbstdarstellungen der AGF im TV vor allem bezüglich der Erarbeitung und Einführung einer Stolperstein-App mit der FH sehen wir vom Kulturverein Kürenz e.V. das Vertrauensverhältnis, das bisher die gemeinsame Erinnerungsarbeit durchaus geprägt hatte, seit geraumer Zeit zerrüttet. Wir vermissen eine offene Solidarisierung von Seiten der AFG mit dem Kulturverein Kürenz e.V. und PD Dr. Thomas Schnitzler gegenüber diversen Stolpersteingegnern in Trier, die die wissenschaftlichen Recherchearbeiten erheblich sabotieren. Dem in der Öffentlichkeit durch diverse Medienberichterstattungen entstandenen falschen Eindruck, die AGF sei die einzige oder vornehmliche Vertreterin der Stolpersteinaktionen in Trier, treten wir hiermit entschieden entgegen. - Vor diesem Hintergrund hat der Kulturverein Kürenz auch schon die letzte Stolpersteinverlegung am 18.03.12 eigenverantwortlich organisiert und durchgeführt, während die AGF eigene Wege gehen wollte. Die nächste Stolpersteinverlegung wird am 22.02.14 zusammen mit dem Künstler Gunther Demnig in Trier vom KVK durchgeführt. Die Recherchen der Opferbiographien stammen wie immer vom Mitglied des Kulturvereins PD Dr. Thomas Schnitzler. 
Die Würdigungen der Opfer werden diesmal von einer Schülergruppe des FWG sowie von Vorstandsmitgliedern des Kulturverein Kürenz  e.V. durchgeführt. (02.01.14)


14.

10 Jahre Stolpersteine in Trier
Stolperstein des Kölner Künstlers Gunter Demnig, Messing und Beton. © Stadtmuseum Simeonstift Trier.
Der erste Stolperstein in Trier wurde im Februar 2005 im Stadtteil Kürenz gelegt. Dass dies genau hier geschah, ist kein Zufall, denn es war der Kulturverein Kürenz, der das Projekt (gemeinsam mit der AG Frieden) in Trier ins Leben gerufen hat. Die Steine des Kölner Künstlers Gunter Demnig sind dezentrale Mahnmale zur Erinnerung an Menschen, die im 3. Reich verfolgt oder ermordet wurden. Zu finden sind sie im Stadtbild genau an den Orten, an denen die Opfer des Nationalsozialismus zuletzt gelebt haben. In den vergangenen zehn Jahren wurden in Trier bereits rund 180 Stolpersteine in das Straßenpflaster eingelassen. Dr. Johannes Verbeek und Dr. Thomas Schnitzler, beide bis heute im Kulturverein aktiv, erinnern mit ihrem Vortrag an die Geschichte und Genese der Stolpersteine in Trier. Nicht nur in den Anfangsjahren haben sich immer wieder Widerstände gegen das Projekt gebildet. Sonntag, 30. August 2015, 11:30 Uhr, Eintritt: 6 €
(Trier, den 23.08.15)



15.
Die Arbeitsgemeinschaft Frieden (AGF) Trier beabsichtigt am So. den 31.01.2016, die Broschüre "Stolpersteine erzählen. Ein wegbereiter zu den Mahnmalen für Nazi.Opfer auf der Bürgersteigen der Stadt Trier, 2. erweiterte Auflage", die von der AFG erneut herausgebracht wird, der Öffentlichkeit zu präsentieren. (Simeonstift, 15.00 Uhr)

Der Kulturverein Kürenz e.V. wird sich diese neue Broschüre ansehen und die Richtigkeit der Angaben kritisch überprüfen. Bei Autorenverstößen, Nichtnennungen oder Verschleierungen der Erstrecherche von Opferbiographien wird sich der Kulturverein Kürenz e.V. vorbehalten ggf. rechtliche Schritt gegen die Herausgeberin einzuleiten.
(31.01.2016)


16.
Die Sekt-Party der AGF am 31.01.16 wird ein Nachspiel haben. Wir bedauern, dass die AGF erhebliche Probleme mit der Selbstbezüglichkeit ihrer eigenen Worte hat: "Bemühe dich um das Aushebeln rechter Argumente, lege ihre Lügen und Verdrehungen offen ..." (vgl. Neuauflage, ebd.). - Genau dies werden wir tun in Bezug auf die Darstellungen der AGF.
(01.02.16)


17.
Kulturverein-Kürenz e.V.
Seit knapp vierzehn Tagen ist die Homepage des Kulturvereins-Kürenz e.V. nicht mehr erreichbar. Was aber noch viel schlimmer ist: Auch die bundesweit anerkannte Homepage „Stolpersteine-Trier.de“, die über unsere Vereins-Homepage läuft und zusammen mit der AGF die dezentrale Gedenkkultur in Trier vor allem auch in Übersee repräsentiert, ist seitdem nicht mehr erreichbar. Die Gründe hierfür sind leider wahnwitzig ... [weiter] (05.12.11)


18.
Kulturverein-Kürenz e.V. Seit knapp vierzehn Tagen ist die Homepage des Kulturvereins-Kürenz e.V. nicht mehr erreichbar. Sämtliche Cürencia-Online-Ausgaben sind derzeit nicht mehr einsehbar. Was aber noch viel schlimmer ist: Auch die bundesweit anerkannte Homepage „Stolpersteine-Trier.de“, die auch über unsere Vereins-Homepage läuft und zusammen mit der AGF die dezentrale Gedenkkultur in Trier vor allem auch in Übersee repräsentiert, ist seitdem nicht mehr erreichbar. Die Gründe hierfür sind leider wahnwitzig: Nach der schriftlichen Ankündigung an unseren bisherigen Administrator Martin M., die Homepage nach zwei Stolpersteinverlegungen von Gunter Demnig endlich zu aktualisieren, weil er selbst in letzter Zeit keine Zeit mehr für die Pflege der Homepage hatte, quittierte Martin M. mit einer E-Mail an den neuen, ersten Vorsitzenden des Kulturvereins, in der er mitteilte, dass er „sein geistiges Eigentum nicht weiter kostenlos zur Verfügung stellen werde. […] Dies gelte insbesondere auch für die Webseite […]. Solltet ihr weiterhin Interesse an den von mir gemachten Bildern haben, dann müsste man sich über die Rechtenutzung einigen.“ Diese Mail war seine Antwort auf unsere schriftliche Bitte, uns doch freundlicher Weise die ihm zur Verfügung gestellten Zugangsdaten zu unserer „eigenen“ Homepage zu übermitteln, damit wir die Stolpersteinseiten aktualisieren könnten (wozu freilich auch er herzlich eingeladen wäre). Nach einer weiteren Anfrage ließ er uns wissen, dass er (rein zufällig) „gestern“ die Software von seinem Laptop aktualisiert habe „und dabei die Zugangsdaten und das Programm zum Hochladen bereits gelöscht (habe), da ich [Martin M.] an dem Projekt nicht mehr mitarbeiten möchte.“ – Aber es kommt noch härter für den Kulturverein, den Martin M. schreibt unmittelbar weiter: „Die Sicherungskopien der Homepage werde ich löschen, sobald ich Zeit habe, sie auf meiner Externen Festplatte zu suchen.“ - Und direkt an den Verein gerichtet die Wortet: „Wenn da keine Ordnung in den Unterlagen ist, kann ich nichts dafür.“ Um die Frechheit und Pietätslosigkeit des letzten Satzes überhaupt zu verstehen, muss man wissen, dass unser bisheriger 1. Vorsitzender des Vereins im Sommer plötzlich verstorben ist. Seine Witwe bemüht sich, uns die entsprechenden Unterlagen zukommen zulassen, die wir brauchen, um den Verein – jetzt unter einem neuem Vorstand - weiterführen zu können. Aber nicht alles ist unmittelbar auffindbar und handhabbar. Dazu gehören auch die Verträge für unsere Homepage, samt den Zugangsdaten, die wir Martin M. überlassen hatten. Wie sich mittlerweile aber herausgestellt hat, muss Martin M. die ihm anvertrauten Zugangsdaten verändert haben, ohne uns darüber zu informieren, weil die ursprünglichen Passwörter nicht mehr greifen. – Auf Anfrage von uns, behauptet er, die Homepage nicht „ausgeschaltet zu haben“. Er wüsste zudem auch nicht, warum kein öffentlicher Zugang mehr möglich sei. – Verwendbare Zugangsdaten habe er nicht mehr, weshalb er uns nicht weiterhelfen könne. Vor diesem Hintergrund mit Verlaub gesagt: Da bleibt einem doch die Spucke weg! Als Mitglied des Kulturvereins wurde ihm die ehrenamtliche Pflege der Homepage anvertraut, zu der er auch mitunter einen persönlichen Entschädigungsaufwand anerkennend erhalten hatte. Sein Name ist zudem auf der Homepage entsprechend erwähnt. Sollte er da nicht persönlich schadensersatzpflichtig sein, wenn die Homepage des Vereins verloren gegangen ist? Nachdem er seine E-Mails und die darin enthaltenen Forderungen auch an den Vorstand der AGF versandt hatte, schrieb die AGF Martin M. beschwichtigend an, um das gemeinsame Projekt nicht zusätzlich zu gefährden: „Im Sinne der Sache – also der Erinnerungsarbeit – wäre es gut, dass Verlegungen und Verlegefeiern darstellbar bleiben, bei einigen hast Du, Martin, die besten Fotos. Wir wissen nicht, warum die nicht mehr verwendet werden sollen, es wäre zum Schaden der Öffentlichkeitsarbeit für die Gedenksteine – auch zum Nachteil für einige Angehörige und Paten. Viele haben sich über die Fotos und Informationen auf der Seite gefreut, denke bitte auch an sie bei deiner Entscheidung.“ (AGF) Leider verharrt Martin M. aber in der irrigen Meinung, er – und nicht der Kulturverein-Kürenz – sei Besitzer dieser Homepage. Ganz im Gegenteil: Martin M. verkennt total, dass seine „Aktion“, wie er sie nennt, auch das „geistige Eigentum“ vieler anderer Menschen, die ehrenamtlich tätig waren und immer noch sind, zerstört: z.B. die Recherchen der Opferbiographien und Dokumente, die Bilder der AGF und die originalen Materialien, die Angehörigen aus den USA, Israel und Kanada uns für die Dokumentation auf der Homepage zur Verfügung gestellt haben – um nur einige zu nennen. Eine gütige Einigung scheint nach mehreren E-Mails nicht mehr möglich zu sein. Heute schrieb Martin M., ich dürfe ihn nicht mehr mit lieber „Martin“ anreden, das sei nur „Freunden“ zugestanden. Desweitern wolle er mitteilen, dass er hiermit vorsichtshalber aus dem Kulturverein austrete! – Was soll man zu so viel Mutwilligkeit, Eitelkeit und Borniertheit noch sagen? Erneut ein weiterer trauriger Fall.
Trier, den 05.12.11
Johannes Verbeek



19.
Trier, den 12.04.12 Betr.: Stolperstein-Homepage des Kulturvereins Kürenz e.V. Vor einigen Wochen hatte die Online-Zeitung 16vor.de schon einmal über den seit Anfang Dezember 2011 fehlenden öffentlichen Zugang zur Homepage „stolpersteine-trier.de“, die vom Kulturverein Kürenz e.V. (KVK) verwaltet wird, berichtet. Weil zu diesem Zeitpunkt aber ein Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Trier auf mein Bestreben hin als erster Vorsitzender des KVK gegen einen ehemaligen Mitarbeiter des KVK eingeleitet war, konnte ich damals nichts Näheres über den Sachverhalt sagen.
Am 31.03.2012 erreichte mich nun ein Schreiben der Staatsanwaltschaft Trier, in dem mir mitgeteilt wurde, dass die Staatsanwaltschaft ihre Untersuchungen gegen unseren früheren Mitarbeiter Martin M., der die Homepage bis dahin für den Kulturverein und die Arbeitsgemeinschaft Frieden (AGF) verwaltet hatte, eingestellt habe.
Als Gründe hierfür nennt die Staatsanwaltschaft, dass nicht eindeutig nachgewiesen werden konnte, dass Martin M. die Daten auf unserem Server aktiv gelöscht habe. Zwar konnte der DSL-Anschluss ermittelt werden (p5b2d7d73.dip.t-dialin.net), von dem aus die Daten auf unserem Server am 17.11.2011 definitiv und „aktiv gelöscht“ wurden, jedoch konnte – oder wollte? - die Staatsanwaltschaft aufgrund der geltenden Datenschutzgesetze keine personenbezogene Zuordnung bezüglich dieses Anschlusses machen. - Das empört mich sehr! Unser ehemaliger Mitarbeiter im Kulturverein Martin M., der zusammen mit Dr. Thomas Schnitzler für die Einstellung der Stolpersteinmaterialien auf unsere Homepage zuständig war, war zu diesem Zeitpunkt der einzige, der die Zugangsdaten zur unserer Homepage besaß. Eventuell hat sie auch noch unser ehemaliger erster Vorsitzender, Michael Zupan, besessen, der jedoch schon im Mai 2011 plötzlich verstorben ist. Erst auf mein Nachfragen hin am 16.11.2011, weil wir (Dr. Thomas Schnitzler und ich) unsere Stolpersteinhomepage nun endlich aktualisieren wollten - und Martin M. seit einem Jahr alle Termine hat platzen lassen -, habe ich Martin M. nach den Zugangsdaten per E-Mail gefragt. Seine Antwort war die, „dass er die auf seinem Rechner vorhandene Daten gelöscht habe“ (Brief, Staatsanwaltschaft TR), wie auch die Staatsanwaltschaft in ihrem Schreiben zutreffend referiert. Jedoch stellten wir (Dr. Schnitzler und ich) am 18.11.2011 unabhängig voneinander fest, dass die Stolpersteinseite des Kulturvereins im Netz öffentlich nicht mehr erreichbar war! Daraufhin entwickelte sich ein reger E-Mailverkehr zwischen Martin M., mir und Dr. Thomas Schnitzler, in dessen Verlauf schließlich auch die AGF miteinbezogen war. Die angefragten Zugangsdaten zu unserer Homepage, die Martin M. verwaltet hatte, habe ich im Übrigen bis heute nicht von ihm erhalten! Aufgrund der Weigerung von Martin M., mir (als nunmehr erstem Vorsitzenden des Vereins) die Zugangsdaten zu unserer Homepage auszuhändigen, habe ich Manuela Zupan gebeten in den verbliebenen Unterlagen ihres verstorbenen Mannes nachzusehen, ob dort Zugangsdaten aufzufinden wären. Sie übermittelte mir sodann die „ursprünglichen Zugangsdaten“, die mittlerweile jedoch verändert waren und somit keinen Zugriff mehr auf die Homepage ermöglichten. Insofern stand für den Vorstand des Kulturvereins Kürenz eindeutig fest, dass nur Martin M. einen Zugang zu unserer Homepage gehabt haben konnte (und diesen verändert hatte). Dr. Thomas Schnitzler, der mit Martin M. bei den Aktualisierungen der Homepage bis dahin zusammengearbeitet hatte, hat nach eigener Aussage keine Zugangsdaten gehabt oder je bekommen.

Zwischenzeitlich hatte jedoch die AGF interveniert, weil Martin M. auch gegenüber der AGF die seltsame Vorstellung formulierte, er wäre der „geistige Eigentümer“ der Stolpersteinhomepage und wolle nun für jedes Bild, dass er bis dahin ehrenamtlich für den Kulturverein sowie für die AGF und die gemeinsame Sache der Trierer Gedenkkultur geschossen hatte, bezahlt werden. Jeder Verstoß gegen seine Untersagung der weiteren Nutzung werde von ihm juristisch geahndet. Wir sollten uns mit ihm über einen „Betrag“ einigen. Das haben wir jedoch, die AGF und der Kulturverein, in je unterschiedlichen E-Mails gegenüber Martin M. strikt abgelehnt, weil wir uns als allgemeinnützige Vereine auf der Basis des Ehrenamtes verstehen! Weder die AGF noch der Kulturverein verwenden seine Fotos anderweilig als auf der Stolpersteinhomepage, die er (Martin M.) selbst eingerichtet hatte.  (Dr. Thomas Schnitzler hat jährlich eine „Aufwandsentschädigung“ für seine Recherchearbeiten erhalten, die anteilig von der AGF und vom Kulturverein Kürenz getragen wurde, wovon auch Martin M. für seine technischen Arbeiten durch Thomas Schnitzler beteiligt wurde.) In seinen E-Mails ließ Martin M. jedoch durchblicken, dass er eventuell noch eine eigene „Sicherheitskopie“ unserer Homepage besitze und - unter Umständen der von ihm geforderten Bezahlung - bereit sei, diese bei Gelegenheit „zu suchen“. - Das lehnten wir jedoch energisch ab, aufgrund der Besitzverhältnisse: Die Stolpersteinhomepage sowie die Homepage der ehemaligen Stadtteilzeitung von Kürenz „Cürenzia“ gehören dem Kulturverein Kürenz e.V. – stellvertretend in persona des ersten Vorsitzenden des Vereins. (Beide Homepagezugänge wurden mittlerweile auf mich als den neuen ersten Vorsitzenden umgeschrieben. – Bei diesem Vorgang hat uns der Betreiber unseres Servers im Übrigen darüber aufgeklärt, wann die Stolpersteinhomepage definitiv und „aktiv gelöscht“ wurde, nämlich am 17.11.2011. Ich habe neue Zugangsdaten aus Berlin erhalten, weil die alten - ja von wem nur? -  verändert worden waren.)
 
Die Folge dieser ganzen oben geschilderten Vorgänge war der Entschluss des gesamten Vorstandes des Kulturvereins, eine Strafanzeige aufgrund des § 263a Computerbetrug gegenüber Martin M. zu erstatten. In der Zeit „vor“ diesen ganzen Vorgängen habe ich mit Martin M. seit ca. einem Jahr kein einziges, persönliches  Wort gewechselt, weil er auch zu den Hauptversammlungen des Vereins nicht erschienen ist. Von daher erstaunt es mich sehr, wenn er gegenüber der Staatsanwaltschaft nun äußert, er habe die auf seinem Rechner (!) vorhandenen Daten gelöscht, „weil er sich über den Anzeigeerstatter [also mich, J.V.] aufgrund einer Meinungsverschiedenheit geärgert habe“ (Staatsanwaltschaft TR). – Diese Aussage ist für mich absolut nicht nachvollziehbar! Ich weiß nicht, was er meint oder worauf er sich hierbei bezieht?
Eine „Meinungsverschiedenheit“ wäre aber sicherlich auch kein Grund dafür, irgendwelche Daten, die Martin M. im Auftrag des Kulturvereins Kürenz bis dahin treuhänderisch verwaltet hatte, zu löschen. – Doch selbst wenn er diese Daten – wie er ja selbst angibt – nur von seinem eigenem Rechner (!) gelöscht haben will, so erklärt dies nicht, warum nahezu zum gleichen Zeitpunkt (!) die Daten auch vom Server verschwunden sind – was unsere Recherche bei unserem Server in Berlin ja ergeben hatte und den Vorstand des Kulturverein dazu bewogen hatte, den Verdacht gegen Martin M. in Form einer Anzeige zu formulieren!? Die Löschung auf dem Server muss definitiv „aktiv“ - und vermutlich auch mit voller Einsicht in die verheerenden Folgen - geschehen sein. - Ich weiß nicht, wer dazu in der Lage ist? - Aber: Nach wie vor hatte nur einer zu diesem Zeitpunkt die Zugangsdaten zu unserer Homepage zur Verfügung, weshalb Dr. Thomas Schnitzler und ich ihn ja über E-Mail darum gebeten hatten, uns die Zugangsdaten mitzuteilen, weil wir die Stolpersteinhomepage nun endlich aktualisieren wollten. Das war und ist die Sachlage. Wie die Dinge stehen, kann man aber nichts von alledem, was ich oben geschrieben habe, juristisch nachweisen! Und das ist äußerst unbefriedigend! Allerdings äußert sich die Staatsanwaltschaft Trier in ihrem Antwortschreiben mit keinem Wort zu dem zweiten von mir in der Anzeige erhobenen Vorwurf, Martin M. würde seine eventuell noch vorhandene „Sicherheitskopie“ der Homepage nicht aushändigen; bzw. er wolle für seine bis dahin ehrenamtlich (!) getätigten Fotos nun „einen Betrag“ vom Kulturverein und von der AGF verlangen. - Tatsächlich haben sowohl  Dr. Thomas Schnitzler als auch ich ihn mehrmals aufgefordert, uns die Sicherheitskopien auszuhändigen. Kopien, die Martin M. nach eigenen Angaben allerdings erst noch suchen müsse, wozu er jedoch angeblich die ganze Zeit über noch keine Zeit gehabt habe. - Tatsächlich hat Martin M. auf mehrmalige Anfrage von Dr. Thomas Schnitzler hin, jedes Mal erst gar keine Termine festgelegt bzw. sie platzen lassen, indem er nie erreichbar war und ist, und immer nur im Ungefähren verblieb. Lediglich die Foto- und Textdateien von Dr. Thomas Schnitzler hat er diesem unlängst (allerdings noch vor der Anzeige gegen ihn) ausgehändigt.      Mit dieser Darstellung möchte ich über den abschließenden Stand der Dinge informieren. Der Kulturverein Kürenz wird in absehbarer Zeit zu einem Informationsgespräch mit der AGF einladen, auf der die gesamte Situation desweitern angesprochen werden soll. – Wie es weitergehen wird, steht derzeit noch nicht fest. Es wäre zweifelsfrei ein großer Verlust für die Gedenkarbeit in ganz Trier und darüber hinaus für die noch lebenden Opferangehörigen in aller Welt, wenn die Stolpersteinhomepage für Trier endgültig verloren wäre.
Johannes Verbeek


Gedenkstätte für Roma und Sinti: Am Montag, den 10.09.12 wurde auf dem Bischof-Stein-Platz neben dem Dom eine Gedenkstätte zur Erinnerung an die während der Zeit des Nationalsozialismus in Konzentrationslagern doportierten und ermordeten Trierer Roma und Sinti eingeweiht. Für den Kulturverein Kürenz, der in Trier die ersten Stolpersteine mit dem Künstler Gunther Demnig verlegt hat - darunter auch einige Steine für die Familie Pfeil -, nahmen der Historiker Dr. Thomas Schnitzler und Dr. Johannes Verbeek als 1. Vorsitzender des Vereins teil. -
Die nächste von uns geplante Stolpersteinverlegung wird am So., den 18.11.12 (Volkstrauertag), am Hintereingang des Brüderkrankenhauses zur Erinnerung an die Euthansietransporte stattfinden. Einige Biographien werden von Schüler/innen des MPG vorgestellt und in einer Feier zusammen mit Angehörigen, Gunther Demnig  und den Brüdern gewürdigt. Patenschaften werden u.a. vom Club-Aktiv e.V. und von der Lebenshilfe-Trier e.V. übernommen. (13.09.12)



Pressemitteilung                                                          Trier, Oktober 2011

Elf Stolpersteine für Nazi-Krankenmorde

Verlegung weiterer Gedenksteine für NS-Opfer am 22.10. in Trier

"Den Opfern ihre Namen zurückgeben" wollen der Kulturverein Kürenz und die Arbeitsge­meinschaft Frieden, die das Stolpersteinprojekt des Künstlers Gunter Demnig in Trier koordinieren. Auf Vermittlung der beiden Vereine verlegt der Kölner Künstler Gunter Demnig 11 weitere Stolpersteine für "Euthanasie"-Opfer in Trier und Ehrang am Samstag 22.10.2011 von 9 bis 12 Uhr.
      Die Biografien dieser NS-Opfer hat der Historiker Dr. Thomas Schnitzler recherchiert. Die Gedenksteine werden vorm letzten Wohnort der  Trierer Bügerinnen und Bürger aus Trier-Mitte, Trier-Süd, Trier-Nord, vorm Brüderkrankenhaus, Kürenz und Ehrang verlegt.
      Die neuen elf Stolpersteine sind für „Euthanasie“-Opfer, also Krankenmorde („Aktion T-4“) in den Heilanstalten Hadamar bzw. Andernach, Freiburg und Galkhausen.  Augenzeuge einer Ver­schleppung von behinderten Menschen aus dem Brüderkrankenhaus Trier war Alois Zuche (85), der sah, wie zwei Busse mit abgedunkelten Fenstern vor dem Krankenhaus vorfuhren. Stolperstein-Paten sind Trierer Bürgerinnen und Bürger und das Brüderkrankenhaus Trier.
      Insgesamt sind dannn in Trier 122 Stolpersteine für Opfer des Nationalsozialismus verlegt worden:
"Diese dezentralen Gedenkstätten sollen helfen, dass die Menschen nicht vergessen werden, die aufgrund des Rassenwahns ermordet wurden oder weil sie der Diktatur im Wege standen. Jeder, der möchte, kann das Projekt durch Patenschaf­ten für einzelne Steine a 120,- Euro oder Spenden für die Recherchearbeit unterstützen," so die gemeinsame Arbeits­gruppe von Kulturverein Kürenz und AG Frie­den.

(Spendenkonten: AG Frieden Spar­kas­se Trier BLZ 58550130 Ktnr. 113746 und Kulturverein Kürenz Sparkasse Trier BLZ 58550130 Ktnr.1807312).

Informationen: 
www.stolpersteine.com     Zu Trier: www.stolpersteine-trier.de
Ansprechpartner für Rückfragen:
Markus Pflüger (AG Frieden) T.0651/9941017 Während der Verlegung: 0172-7379388

Verlegungsplan Stolpersteine in Trier 22.10.2011 ab 9 Uhr 

Nr   Ort    Straße   Vorname,  Na­me    Geb.­datum    Todesdatum + - ort    Zeit ca.
1 Tr-Kürenz Brühlstr. 34 i. Peter Michels 1907 1941 in ei­ner Heil­an­stalt   ca. 9.00
2 Tr-Ost Hermesstr. 6 Anne Krupski 1893 Pflegeanstalt Frei­burg 1941  ca. 9.25
3 Tr-Mitt Mustor str. 81 Gertrud Hoffmann 1900 1941 Hadamar  ca. 9.50
4 Tr-Mitte Stresemann/Jüdemerstr.5 Marianne  Schönhofen 1925 1941 Hadamar  10.15
5 Tr-Mitt Wallstr. 8 Joh. Bap. Bastian 1878 1941 Hadamar   ca. 10.50
6 Tr-Süd FriedrichWil­helm- 57 Nikolaus Etges 1990 1941 Hadamar  ca. 11.15
7 Tr-Süd Saarstr. 113 Cornelius Schneider 1902 1941 Hadamar  ca. 11.35
8 Tr-West Eurener Str. 8 Margaratha M. Dimmer 1913 1941 Hadamar  ca. 12.00
9 Tr-Nord Krahnenstr. 9 M. Schmadel 1903 1941 Hadamar   ca.12.20
10 Tr Peter-Fried­ho­fen 7  Hintereingang Brü­de­r­kran­kenhaus Nikolaus Feller 1898 
    1925 Heil­anstalt Trier, 1939 Galkhausen 1941 Hadamar  ca. 12.45
11 Tr-Ehrang Ehrang-Quint Nr. 9 Anna Dany 1920 1937 An­d­e­r­na­ch 1941 Hadamar  13.20

Für den Kulturverein Kürenz e.V.:
Johannes Verbeek, 1. Vorsitzender des Kulturvereins Kürenz e.V. (21.10.11) 

Mit großer Bestürzung habe ich heute vom Tod unseres Freundes "Teff" erfahren, der am Wochenende seiner lang andauerenden Krankheit erlegen ist.
Der Kulturverein-Kürenz e.V. trauert um Teff, der mit vielen Ideen, Ratschlägen und immer auch mit neuem Tatendrang zum Gelingen so mancher Feste und Aktionen beigetragen hat. Unser Mitgefühl gilt neben den Anverwandten ganz besonders Eva, mit der wir um "Teff" trauern.
Teff's Rock-Cafe war in Altkürenz eine Institution nicht nur für Hartgesottene. Unvergesslich und originaler noch war Teff selbst, wenn er mit seinen Gästen einen selbstgemachten "Sauren" trank, dazu sang und Gitarre spielte bis in den frühen Morgen hinein mit Freunden, Bekannten und Gästen aller Art. Musik ausführlich zu kommentieren, war eine seine großen Leidenschaften.  
Die Beerdigung findet am 28.12.11 um 10.00 Uhr auf dem Friedhof St. Paulin statt. (19.12.11)

Nachruf: Wir trauern um unseren Freund und Mitstreiter Michael Zupan, der am 14.05.2011 für uns alle völlig überraschend verstarb. Michael Zupan hat sich seit dem Jahr 2000 maßgeblich in der Bürgerinitiative "Lebenswertes Kürenz" engagiert; er zog für die daraus hervorgegangene Wählergruppierung "Lebenswertes Kürenz" in den Ortsbeirat und hat hier an der Stadtteilrahmenpanung mitgewirkt. Michael schlug die Gründung des "Kulturvereins Kürenz e.V." vor, den er als als 1. Vorsitzender tatkräftig geprägt hat. Wir werden uns immer daran erinnern, dass sein Engagement dem Stadtteil Kürenz galt. - Wir haben einen guten Freund verloren. (16.05.2001)


Trier, den 10.04.15

Betr.: Einladung zur Veranstaltung „10 Jahre Stolpersteine Trier“

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit diesem Schreiben möchten wir Sie herzlich zu unserem Jubiläum „10 Jahre Stolpersteine Trier“ einladen.

Am 22.04.2015 werden wir uns in den Räumen der VHS-Trier (Palais Walderdorff, Raum 5) ab 18.00 Uhr bis voraussichtlich 20.00 Uhr treffen, um das bisherige Projekt des Künstlers Gunter Demnig sowie dessen Realisierung in Trier durch den Kulturverein Kürenz e.V. vorzustellen. Dabei werden wir sowohl die Anfänge Revue passieren lassen als auch besonders hervorzuhebende Entwicklungen ansprechen. Insbesondere werden wir einige Schülerprojekte in Erinnerung rufen und die von Trier ausgehende Impulswirkung auf die Gedenkarbeit in der Region aufzeigen.         

In zwei Vorträgen wird die besondere Problematik der Aufarbeitung, des Erinnerns und des Gedenkens bezüglich der Euthanasie- und Zwangssterilisationsopfer vergegenwärtig.          

Dazu begrüßen wir als Gastreferentin die Vorsitzende der „Arbeitsgemeinschaft Bund der Euthanasie-Geschädigten und Zwangssterilisierten“ Frau Margret Hamm.             
Wir freuen uns ganz besonders auch auf einen zweiten Kurzvorvortag einer Schülerin der 8. Klasse des MPG über die Verfolgungen von Menschen mit Down-Syndrom. Gerd Demerath wird zwischen den Vorträgen mit zwei Stücken auf der Laute für den musikalischen Rahmen sorgen.                 

In Zusammenarbeit und im Namen der VHS-Trier freuen wir uns auf Ihren Besuch.
Wir erwarten zudem zahlreiche Stolpersteinpaten sowie Angehörige der durch diese Gedenkarbeit gewürdigten Personen.
        
Mit freundlichen Grüßen

Dr. Johannes Verbeek
       (1. Vorsitzender des Kulturvereins Kürenz e.V.)
PD Dr. Thomas Schnitzler
       (Wissenschaftlicher Beirat im Vorstand)

PS.
Gunter Demnig wird ab 13.00 Uhr an fünf verschiedenen Stellen 16 Stolpersteine in Trier verlegen. Ein genauer Ablaufplan wird noch veröffentlicht.)

(12.04.15, vgl. auch den Button: "Stolpersteine Trier" auf dieser Homepage)

Einladung zu Stolpersteinverlegungen in Trier:
Morgen wird der Künstler Gunter Demnig auf Einladung des Kulturvereins Kürenz e.V. erneut Stolpersteine zum Gedenken an Opfer des Nationalsozialismus verlegen, die von dem Historiker PD Dr. Thomas Schnitzler recherchiert wurden:
12.00 Uhr: Saarstraße 47
12.15 Uhr: Saarstraße 31
12.30 Uhr: Jesuitenstraße (ehemaliges Gebäude des Friedrich-Wilhelm-Gymnasium,
                 hier erwarten wir zahlreiche Gäste und Paten, es finden Würdigungen statt)
13.10 Uhr: Engelstraße (ehemaliger Eingang zum Elisabeth-Krankenhaus,
                 auch hier erwarten wir Gäste und Paten zu den Würdigungen)  
13.40 Uhr: Peter-Friedhofen-Straße (Hintereingang des Brüderkrankenhauses,
                 Würdigung mit Gästen und Paten)

Stolpersteinverlegung: Der Kulturverein Kürenz e.V. wird am 22.02.14 zusammen mit dem Künstler Gunter Demnig in Trier erneut 19 Stolpersteine verlegen. Zur Einladung sowie zum Ablauf der Verlegungen mit Zeitplan und Würdigungen bzw. Gästen, Rednern und beteiligten Schulen vgl. [weiter] (04.02.14)

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde,
"Den Opfern ihre Namen zurückgeben" wollen der Kulturverein Kürenz und die AG Frieden, die das Stolpersteinprojekt des Künstlers Gunter Demnig in Trier koordinieren. Auf Vermittlung der beiden Vereine verlegte der Kölner Künstler Gunter Demnig am Sonntag den 18. November 2012 14 weitere Stolpersteine
Die Biografien dieser NS-Opfern hat der Historiker Dr. Thomas Schnitzler auch aufbauend auf Forschungen von Adolf Welter recherchiert. Die Gedenksteine werden in der Regel vorm letzten Wohnort der Trierer Bügerinnen und Bürger verlegt.
Zwölf neue Stolpersteine sind für „Euthanasie“-Opfer („Aktion T-4“), also Krankenmorde, die in Heilanstalten v.a. Hadamar verübt wurden. Zwei weitere Stolperstein werden zum einen für den katholischen Priester und Künstler Jean Daligault und zum anderen für Katharina Millen verlegt.
An allen drei Verlegeorten finden Würdigungsfeiern mit Unterstützung zahlreicher Institutionen und Vereine sowie Opferangehöriger statt. Stolperstein-Paten sind Trierer Bürgerinnen und Bürger, Angehörige sowie zwei Schulklassen, die Lebenshilfe Trier, der Club Aktiv Trier, die Katholische Studierenden Jugend Trier und die Soroptimist International Trier. Insgesamt sind in Trier dann 136 Stolpersteine für Opfer des National­sozialismus verlegt worden.
"Wir danken allen Paten, Unterstützern und Angehörigen. Sie tragen mit diesen dezentralen Gedenk­stätten dazu bei, dass die Menschen nicht vergessen werden, die aufgrund des Rassen­wahns der Nazis ermordet wurden oder weil sie der Diktatur im Wege standen. Jeder, der möchte, kann das Projekt durch Patenschaf­ten für einzelne Steine a 120,- Euro oder Spenden für die Recherche­arbeit unterstützen," so die gemeinsame Arbeits­gruppe von Kulturverein Kürenz und AG Frieden e.V. Trier.
Wir würden uns freuen wenn Sie einer Verlegung beiwohnen können und laden Sie daher ein, Beginn ist um 12.00, 13.00 und 14.00 Uhr. Im Anschluss an die Würdigungsfeier im Albertus-Magnus-Saal (14.00 Uhr) und die anschließende Verlegung für die Eutahasieopfer vorm Brüderkrankenhaus (Hintereingang Peter Friedhofen-Straße) findet um 15.15 Uhr noch eine Gedenkaktion und ein Gang zum Evangelischen Elisabeth­krankenhaus statt. Thema wird die Zwangssterilisation in der NS-Zeit sein, zwei der Euthanasie­opfer wurden dort zwangssterilisiert, eine Liste der Opfer wird von einer Schülergruppe des MPG präsentiert und soll dem Krankenhaus übergeben werden.
mfg
Johannes Verbeek (1. Vorsitzender des Kulturverein Kürenz e.V)
(Markus Pflüger, AGF) 

Leserbrief an den TV:
Ein weiterer Kommentar zu der unverantwortlichen und völlig unkritisch weitergegebenen wissenschaftlichen Verunglimpfung von PD Dr. Thomas Schnitzler im TV vom 02.06.14 lautet:


Sehr geehrte Damen und Herren,
in einem Artikel Ihres Redakteurs Bernd Wientjes vom 3. Juni 2014 mit der Überschrift „Krankenhäuser sollen sich ihrer dunklen Vergangenheit stellen“, berichten Sie über die anstehende Aufarbeitung der „Verstrickungen der Mediziner in der Region in nationalsozialitische Machenschaften“:
Ein insgesamt begrüßenswertes Projekt. Sie berichten, dass eine „fundierte Aufarbeitung eines düsteren Kapitels in der regionalen Medizingeschichte der Zwangssterilisationen und der Patientenmorde während der NS-Zeit in Trier“ und weiteren Orten angegangen werden soll. Warum die Bezirksärztekammer dieses Projekt nicht wie ursprünglich vorgesehen mit Dr. Thomas Schnitzler durchführt und es zum „Zerwürfnis“ kam, entzieht sich meiner Kenntnis. Leichtfertig und ungeprüft in dem Artikel den Vorwurf wiederzugeben, der Historiker Thomas Schnitzler würde „unwissenschaftlich arbeiten“, finde ich bedenklich.
Alle an der Aufklärung Interessierten verdanken Dr. Thomas Schnitzler viele beachtliche Veröffentlichungen zurzeit des Nationalsozialismus in der Region. Und auch im Bereich der Medizingeschichte hat der Historiker z. B. mit seinen Recherchen zu „Dr. Theophil Hackethal – Lagerarzt im KZ Hinzert“ oder der „Zwangssterilisation des Hans Lieser“ schon frühzeitig wichtige Aspekte erforscht. Dass er „unwissenschaftlich arbeitet“, ist mir als Leser bisher nicht aufgefallen und wurde nach seinen Veröffentlichungen bisher auch noch nie von anderer Seite moniert. Im Gegenteil, ich erkenne in seinen bisherigen Beiträgen eine große wissenschaftliche Akribie.
Mit freundlichen Grüßen
Heinz Ganz-Ohlig
(23.06.14)
PS: Offener Leserbrief zu folgendem Artikel im TV
http://www.volksfreund.de/nachrichten/region/rheinlandpfalz/rheinlandpfalz/Heute-im-Trierischen-Volksfreund-Krankenhaeuser-sollen-sich-ihrer-dunklen-Vergangenheit-stellen;art806,3897685

Sehr geehrter Herr Wientjes, 
am 2.6. erschien im Volksfreund ein Artikel von Ihnen, in dem Sie über ein Forschungsvorhaben berichten, das zum Ziel hat die Verwicklung von Medizinern in an kranken Menschen begangene Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu Zeiten des Nationalsozialismus aufzuklären. Über dieses Projekt kam es zu einem Zerwürfnis zwischen dem ursprünglich beauftragten Historiker Dr. Thomas Schnitzler und seinen Auftraggebern. Der Vorsitzende der Bezirksärztekammer, Dr. Matheis sprach gar von unwissenschaftlicher Arbeit. 
   Diese Angelegenheit wirft Fragen auf und hinterlässt ein „Gschmäckle“. 
Denn der Gegenstand der Streitigkeiten erinnert nicht von Ungefähr an die    Auseinandersetzungen um die vollständige Herausgabe von Dokumenten zwischen dem Kriminologen Christian Pfeiffer und der Deutschen Bischofskonferenz. Die den Forscher 2011 beauftragt hatte, mittels einer Studie vor allem die institutionellen Bedingungen, die die jahrzehntelange Vertuschung der Verbrechen möglich gemacht hatten und zur Protektion von Tätern führten zu untersuchen.
   Im Zuge seiner Arbeit musste Pfeiffer aber dann feststellen, dass seine Auftraggeber nach verhandeln wollten. Mit dem Ziel Zensur auszuüben. Unter anderem sollten die Forscher keinen direkten Zugriff auf die Personalakten von Priestern erhalten. Christian Pfeiffer sah deswegen den wissenschaftlichen Wert etwaiger Ergebnisse in Frage gestellt und wandte sich an die Öffentlichkeit. Die Kirche konterte mit einer einstweiligen Verfügung. Der Missbrauchsbeauftragte Bischof Ackermann begann zeitgleich, Christian Pfeiffers Reputation als Wissenschaftler in den Medien zu diskreditieren.
   Das Ganze endete in einer Neuausschreibung. Deren Konzept vorsieht, dass die Forscher keinen direkten Zugriff mehr auf Dokumente haben. Sondern diese durch Kirchenmitarbeiter vorab ausgewählt werden.
   Dass dabei nicht viel Verwertbares herauskommt können wir uns denken. Genauso, dass zwischenzeitlich in den Personalarchiven sicherlich gründlich aufgeräumt wurde. So etwas bezeichnet man dann zu Recht despektierlich als Auftragsforschung. Wer sich als Wissenschaftler zu viel Einflussnahme gefallen lässt, riskiert damit seinen guten Ruf. Wer auf die Einhaltung entsprechender Standards pocht, wird auf Widerstände stoßen. So wie es Herrn Schnitzler offensichtlich passiert ist. 
   Inwieweit es eine Rolle spielt, dass Thomas Schnitzler sich als Opfer von sexuellem Missbrauch durch einen Kleriker betroffenenpolitisch engagiert und einer der Auftraggeber ein Krankenhaus unter katholischer Trägerschaft ist, stellt eine weitere, bislang ungeklärte Frage dar. 
   Deren Beantwortung sicherlich ein Thema ist, für das sich die Leserinnen und Leser des Trierer Volksfreundes interessieren. Und eines über das sich zu berichten lohnt. 
Angelika Oetken, Berlin-Köpenick (09.06.14)

(Eine ausführliche Stellungnahme des Kulturvereins Kürenz e.V., der in Trier für die Organisation des Gedenkens durch "Stolpersteine" in Zusammenarbeit mit dem Künstler Gunter Deming verantwortlich ist und in dessen Namen der Historiker PD Dr. Thomas Schintzler recherchiert, ist in Vorbereitung und wird zeitnah erfolgen. -
Siehe zum derzeitigen Stand der Vorgeschichte dieser Auseinandersetzung unter dem Button "Stolpersteine Trier" auf dieser Homepage.
Johannes Verbeek, Vorsitzender des Kulturvereins Kürenz e.V., 09.06.14)

Eine Gegendarstellung von PD Dr. Thomas Schnitzler zum Beitrag „Unbequeme Wahrheit“ von Bernd Wientjes TV v. 14.-15.9 2013: Bis heute wurde der Leserbrief von Thomas Schnitzler vom TV weder abgedruckt noch beantwortet. Darum an dieser Stelle sein Originalschreiben zur Berichterstattung zum Vortrag von Götz Aly bei der Bezirksärztekammer in Trier ...[weiter] (24.09.13) 

Zum Beitrag „Unbequeme Wahrheit“ von Bernd Wientjes TV v. 14.-15.9 2013„Wir müssen wegkommen, von dem Schweigen“,sagte Mattheis. „Es muss einfach mal gesagt werden, dass es bei uns nicht besser war als woanders in Deutschland“,auch das sagte Dr. Mattheis, Chef der Ärztekammer. „Es gelte, die Legende zu widerlegen, dass die kirchlichen Krankenhäuser der Region nicht an den Gräueltaten beteiligt werden gewesen sind.“So lauteten die Versprechungen des Bezirksärztekammerchefs wenige Tage vor dem ersten Vortragsabend der Veranstaltungsreihe „Medizin im Dritten Reich“ am 29. November 2012 (TV-Bericht Bernd Wientjes vom 23.11.2012). „Wir müssen wegkommen vom Schweigen,“ das sagte er auch. Alle diese Versprechungen haben sich nicht erfüllt. Noch viel bedenklicher aber ist: sie steckt immer noch mittendrin im Verschweigen, die Ärztekammer, und mit ihr die kirchlichen Krankenhäuser. Bereits in seiner Begrüßungsrede hatte Mattheis aufhorchen lassen mit der Andeutung, dass ihm bereits heftiger „Gegenwind aus dem eigenen Lager“ entgegenblase. Der Schreiber dieses Leserbriefes bekam diesen Gegenwind bereits zu spüren, als er den von ihm gehaltenen historischen Einführungsvortrag in Absprache mit dem Ärztekammervorsitzenden vorbereitete. Der Abtransport der 500 Psychiatriepatienten aus dem Brüderkrankenhaus dürfe nicht vorkommen, bedrängte ihn der Kammervorsitzende geradezu, sonst würde man „ungebetene Widersacher“, die sich bereits nach dem Vorbericht im TV gemeldet hätten, zum Schaden des Projektes auf den Plan rufen. Wir wissen jetzt mit Bestimmtheit: Diese Mundtotmacher haben das Heft in der Hand behalten. Auch der letzte vortragende Referent, der renommierte Götz Aly, durfte ihn offenbar nicht erwähnen, d e n Supergau unserer Medizinhistorie und das in diesen verstrickte Brüderkrankenhaus. Diesen Aspekt vernebelte der berichtende Redakteur Wientjes mit seiner sachlich richtigen nachträglichen Information, die der Vortragende Aly aber mit keinem Wort angesprochen hatte: „Auch aus dem Trierer Brüderkrankenhaus wurden 1939 über 500 Psychiatriepatienten abtransportiert. Zunächst in die Heil-und Pflegeanstalt nach Andernach.“ Aufmerksamen Zuhörern wie unter anderem einem Heimatforscher aus Osburg sind diese Ungereimtheiten aufgefallen. „Fassungslos“ machte sie auch das anhaltende Verschweigen durch die angeblich aufklärungsbemühten Vortragsveranstalter und das mit ihm angeblich kooperierend, tatsächlich aber aufklärungsverhindernde Brüderkrankenhaus. Über dessen mediale Ablenkungsmanöver ärgerte sich Opferangehörige wie derLeserbriefschreiber Raimund Scholzen (TV 12.6.2012). Sie sehen den Schaden dieser getarnten Aufklärungsblockade gerade auch darin, dass die letzten lebenden Opferangehörigen um ihre Entschädigungsansprüche betrogen werden. Durch das gezielte Zurückhalten von Patientenakten verwehrt man ihnen das entschädigungsberechtigende Wissen über die konkreten, durch gefälschte Sterbebeurkundungen bis heute verschleierten Krankenmordfälle in ihren Familien. Dass Ärztekammer in Kooperation mit dem Brüderkrankenhaus jetzt erst -in Reaktion auf öffentliche Kritik –ein Aufklärungs-„Interesse“ vorgeben und die Finanzierung einer noch zu vergebenden Auftragsdoktorarbeit in Erwägung ziehen, ist ein aus Opferangehörigensicht leicht durchschaubares Ablenkungsmanöver der tatsächlich allein um ihren Imageschaden bangenden Aufklärungsverweigerer. Wie anders ist zu erklären, dass die Ärztekammer und das Brüderkrankenhaus sich gegen die seit zwei Jahren bekannten und fortgeschrittenen Forschungserkenntnisse des Leserbriefschreibers bei der Identifizierung von immerhin 150 Krankenmordopfern und 1000 Zwangssterilisationsopfern des Brüderkranken-und Elisabethkrankenhauses verschlossen haben und weiter verschließen? Das betrifft gerade auch die Vortragsreihe der Ärztekammer, für die er mindestens fünf Themen mit konkreten Lokalbezügen vorbereitet hatte wie u.a. über den Zwangssterilisationsarzt des Evangelischen Elisabethkrankenhaus (Herbert Schulzebeer), den Lagerarzt von Hinzert (Theophil Hackethal), die systematische Organbelieferung des Bonner Anatomieinstituts durch Blutjustiz-Opfer am Beispiel eines Trierer Häftlings, Zwangssterilisationen an Kindern Katholischer Bewahranstalten wie dem Josefsheim in Föhren,neueste Forschungserbnisse über Trierer Euthanasieopfer (Anna Dany ausEhrang, siehe jetzt i. Jahrbuch Ehranger Heimat 2013. S. 143-159) und nicht zuletzt auch ein Vortrag über die Kindereuthanasie an den sogenannten „Reichsausschusskindern“. Auch dieser hätte Alys auf externe Verbrechen beschränkte Informationen an einem konkreten Opferfall aus der Region erläutert –und zwar unter Berücksichtigung der involvierten Krankenhäuser, Ärzte und zuführenden Institutionen wie namentlich auch des Trierer Gesundheitsamtes.Die gleiche systematische Informationsverweigerung betreiben alle Trierer Krankenhäuser weiterhin und auch bereits angeschriebene Arztfamilien, deren Vorfahren Erbkrankheitsdiagnosen ausstellten. Alle gestellten Anfragen wurden und werden nicht beantwortet. PD Dr. Thomas Schnitzler (Trier)

Den folgenden Leserbrief von Thomas Schnitzler hat der TV gestern (13.06.13)abgelehnt, darum sei er an dieser Stelle veröffentlicht. Das Angebot des Tv, eine eigene Seite für Schnitzler zu gestalten, hat dieser bisher wohlweislich abgelehnt.
 
Von PD Dr. Thomas Schnitzler (Trier, Sprecher des Netzwerkes Missbit):

Eine gravierende Falschinformation sei vorneweg korrigiert: den angeblichen
Forschungsauftrag des Brüderkrankenhauses mit mir hat es zu keiner Zeit
gegeben, und ich habe mich auch zu keiner Zeit um einen solchen bemüht,
welche Schlussfolgerung nicht wenige Leser aus den zitierten Statements der
Herren Leinenweber (Geschäftsführer) und Prof. Rethmann
(Ordensvorstandssprecher) ziehen mochten. Ich bin sehr froh, nicht an diesem
angeblichen „Forschungsprojekt“  mitwirken zu müssen, dessen Auftraggeber
schon vor Projektaufnahme eigenmächtig dezidierte Interpretationsansprüche
auf noch gar nicht vorliegender (!!!) Erkenntnisse anmelden. Die von dieser
arroganten Warte eingeforderte „Professionalität“ hat sehr viel zu tun mit
gesundheitsökonomischen Werbemanagement, nichts, aber auch gar nichts mit
der Professionalität objektiv-kritischen Forschens. Die gänzliche
Unvereinbarkeit seriöser Wissenschaftlichkeit mit dieserart
Professionalitätsanmaßungen kirchlicher Auftraggeber ist bekannt seit dem
Scheitern der von der Deutschen Bischofskonferenz 2011 gestarteten
Missbrauchsstudie. Der weltweit renommierte Kriminologe, Professor Pfeiffer,
legte das begonnene Auftragsprojekt alsbald wieder nieder – wegen
unzumutbarer Zensuransprüche und hinterhältiger Archivzugangsbeschränkungen
durch den Auftraggeber.
Das Vorherrschen dieser Restriktionspraktiken im Zusammenhang der
unbewältigten Missbrauchsproblematik behindern nun auch meine Forschungen
über die lokale Medizinhistorie. Das nachweisliche Vorkommen von
Sexualdelikten  bereits in der Zwischenkriegszeit – Verstöße gegen den § 175
und Kindesmissbrauch  – würde bei Bekanntwerden zu unvermeidlichen
Fragestellungen führen, gerade auch hinsichtlich der Verstrickung des
Brüderkrankenhauses in die Medizinverbrechen. Dergleichen Fragestellungen
ergaben sich mir bereits 2011 bei Abschluss meiner Studie „Über den
Kindesmissbrauch im Bistum Trier in der Zwischenkriegszeit“, deren
Veröffentlichung aber von einer bistumsnahen Jahrbuchredaktion ohne Angabe
von Sachgründen nicht genehmigt wurde: Machte die verschärfte
strafrechtliche Diskriminierung ihrer schwulen Pflegebrüder den
Krankenhaus-Trägerorden etwa nachhaltig erpressbar? Wurde das
„Brüderkrankenhaus“ infolgedessen zu einer problemlos funktionierenden
Schaltstelle bei der systematischen Erfassung erbkranker Patienten für die
Zwangssterilisationen und dann auch bei der Abschiebung seiner gesamten
Psychiatrieabteilung (532 Patienten) in den organisierten Krankenmord der
„Aktion T 4“? 
Derart brisanten Fragestellungen nachzugehen, behinderten und behindern die
Verantwortlichen permanent. Schon auf mein erstes Nachfragen über den
weiteren Lebenslauf der elf 1935-1938 wegen schwerer Missbrauchsdelikt in
fortgesetzten Tateinheiten strafrechtlich verurteilten Ordensbrüder
verspürte ich diese restriktive Einstellung. Die mir von den
Verantwortlichen (Geschäftsführung, Oberer und dann Ordenssprecher)
eröffneten Hinderungsgründe, etwa das angebliche Fehlen von Archivmaterial,
erwiesen sich im Fortlauf meiner Forschungen als eine ein hinterhältiger
Vorwand. Denn der 1987 mit der (immer noch aktuellen!!) Ordenschronik
beauftragte ehemalige Krankenhausarzt Dr. Heiner Martini („Der Gründer und
sein Werk“) hatte offenbar noch einen unbeschränkten Zugriff auf Personal-
und Krankenakten eines von Kriegseinwirkungen unbeschädigten Ordensarchives,
das namentlich benannte Ordensbrüder seit der Vorkriegszeit kontinuierlich
verwalteten. Diese systemimmanente Infoblockade gegen das unabhängige
Forschen resultiert aus dem dogmatischen Lehr- und Wahrheitsverständnis der
katholischen Amtskirche. Sie verhindert mit der gleichen Systemlogik
Aufklärung auch über die bis heute vergessenen Opfer der
nationalsozialistischen  Homosexuellenverfolgung unter katholischen
Klerikern. Auch solche Opferfälle wären im Bistum Trier belegbar. Aber sie
kommen nicht vor - auch nicht in der  hiesigen Bistumsgeschichte; auch nicht
in dem offiziellen NS-Opfergedenkwerk der Deutschen Bischofskonferenz, der
Buchreihe „Das deutsche Martyrologium des 20. Jahrhunderts“. Der
herausgebende Professor Helmut Moll reagierte auf meine Einwände mit einer
entlarvenden Auskunft: die Namenserhebung hätte nach festgelegten
„Aufnahmekriterien“  zu befolgen. Das freie Bekenntnis zu einer
homosexuellen Partnerwahl gehört nach dieser katholischen Lesart nicht dazu.
Ihr Verhalten ist demnach nicht einer „aus dem christlichen Glauben
motivierte antinationalsozialistische Einstellung“.(Moll: Martyrologikum
Bd.1 1999, S. XXXV). zuzurechnen. Diese Antwort ist auch deshalb entlarvend,
weil sie unausgesprochen die Kontinuitätsbewahrung  nationalsozialistischer
Homosexuellendiskriminierungen durch die Katholische Kirche bestätigt, die
gegen die Aufhebung des § 175 bis zuletzt opponierte und seine Umsetzung in
den eigenen Reihen bis heute nicht realisieren möchte..
Unwidersprochen lassen kann ich ebenso nicht die mich persönlich treffenden
Negativ-Statements des Ordensvorstandssprecher Professor Dr. Albert.-Peter
Rethmann. Bereits in meiner briefliche Anrede (Schreiben Prof. Rethmann v.
24.10.2013)  als einen „geschichtsinteressierten Menschen“ erkenne ich eine
gezielte subtile Verächtlichmachung meiner akademischen Qualifikation als
promovierter und habilitierter Historiker. Rethmanns Interviewaussagen
knüpften hier an mit der Ankündigung, „die Aufarbeitung soll nicht in
Zusammenarbeit mit Herrn Schnitzler geschehen“, sondern durch „einen
professionellen Historiker.“ Rethmann verfolgt hier das gleiche
durchsichtige subtile Ablenkungsmanöver wie bereits in einem früheren
Schreiben v. 25.5.2012. In meinen Anfragen hatte ich mich keineswegs um
einen Forschungsauftrag bei dem Brüderkrankenhaus beworben, sondern
lediglich sachbezogene Informationen erbeten zur Unterstützung der
Stolpersteinprojektklasse Akteneinsichtnahme und über den Aufarbeitungsstand
des Krankenhauses. Des Vorstandssprechers abwegige Auskunft aber lautete,
man könne mir eine Forschungs-„Kooperation nicht anbieten“, da „wir aus
eigener Initiative“ zur Beantwortung „historischer Fragen.... selbst die
Experten auswählen“. Die verlogene Hinhaltungsstrategie erklärte sich mir
durch eine mündliche Auskunft des Ärztekammerchefs: „Diese angeblichen
externen Experten – es gibt sie nicht.“ (!!)
Auf wiederholte Nachfragen von  mir und der Projektklassenleiterin am MPG
empfahl der Vorstandssprecher die wissenschaftlich gänzlich überholte
Ordenschronik aus dem Jahre 1987 (Martini: „der Gründer und sein Werk“) als
informative Einstiegslektüre. in Belegexemplar hatte mir über den Inhalt
wohl auch uninformierte Ordensvorsteher Bruder Berg bereits im Frühjahr 2012
ausgehändigt. In demselben Buche widmete der Autor, wahrscheinlich in
kollegialer Rücksichtnahme auf ältere Kollegen der NS-Zeit, dem als
Erbkrankheitsdiagnostiker den Medizinverbrechen zuarbeitenden
Psychiatrieabteilungsleiter Dr. Faas eine literarische Hommage; er
verharmloste die Missbrauchsdelikte der Ordensbrüder als ein reines
Propagandamanöver des Regimes, was die aktuellen Studien längst widerlegt
haben (Studien von Grau u.a.). Die verbrecherischen Sulfonamidversuche
schätzte er sogar hoch ein als ein  anerkennenswertes Pionierwerk deutsche
Medizinerforschung .   
Zu kritisieren ist schlussendlich: meine angesprochene Privatforschung über
den Kindesmissbrauch liegt auf Eis. Die mir vom Bistumsoffizial seit Herbst
2011 genehmigte Einsichtnahme in die Personalakte des
Serienmissbrauchstäters Pastor Engehardt aus Ehlenz kann ich nicht
durchführen, da dieselbe Akte im Bistumsarchiv reponiert bleibt für einen
noch nicht ermittelten Nachfolger Professor Pfeiffers. Bei meiner Auswertung
seiner Strafprozessakten im Landeshauptarchiv Koblenz spionierte mir der
hierzu überhaupt nicht autorisierte ehemalige Bistumsarchivdirektor nach.
Diese Ungeheuerlichkeit erfuhr ich von einem darüber selbst einigermaßen
befremdeter Abteilungsleiter.
(14.06.13)

Von PD Dr. Thomas Schnitzler erreichte mich heute folgender Kommentar:
"[...] nochmal im Klartext: es geht um nichts geringeres als die von Seiten des
Brüderkrankenhauses mit subtilen Methoden vorgetragenen Versuche meiner
akademischen Diskreditierung. Mit welchen wahrheitspervertierenden
Rhetorikmitteln gearbeitet wurde und jetzt auch in dem kritikwürdigen
TV-Statement gearbeitet wurde, könnt ihr dem beigefügten Schreibens Prof.
Rethmanns v. 24.10.2012 an mich ersehen. Es ist nicht allein die erwähnte
Anrede meiner Person als „geschichtsinteressierten Menschen“, sondern auch
die unwahre Darstellung über den eigentlichen Anlass meiner Anfrage. Darin
ging es mir keineswegs um  eine wie auch immer geartete wissenschaftliche
Kooperation mit dem Brüderkrankenhaus bei der Aufarbeitung seiner
NS-Geschichte, sondern einzig und allein um die Öffnung der unter Verschluss
gehaltenen Krankenakten/Ordenschronik für die historische Kontextrecherche
durch die MPG-Schülerprojektgruppe von Frau Kleinmenke." (E-Mail 21.06.13)
(PS: Weil meine Homepage immer noch durch eine Fehlermeldung der Deutschen Telekom nicht voll funktionsfähig ist, kann ich an dieser Stelle leider den angefügten Brief von Prof. Rethmann nicht veröffentlichen. Das wird nachgeholt, sobald es geht.(21.06.13)



Klarstellung: Der Reporter des TV Bernd Wientjes erhielt vor einigen Wochen einige Informationen und Materialien von dem Trierer Historiker PD Dr. Thomas Schnitzler. Dort wurde aufgeführt, dass die Verantwortlichen des Brüderkrankenhauses in Trier gezielt Akten zurückhalten sowie eine mehrfach angeforderte Chronik des Brüderkrankenhauses, die nachweislich falsche Angaben über die Verstrickung der Ärzteschaft und Brüder des Krankenhauses während der nationalsozialistischen Herrschaft beinhaltet und diese Kooperation zudem verharmlost (vgl. weiter unten meinen Brief). Zudem wurden im letzten Jahr einige Aufsätze, die der Historiker PD Dr. Thomas Schnitzler diesbezüglich für das Historische Jahrbuch in Trier verfasst hatte, nicht veröffentlicht mit der Begründung, die Darstellung wäre einseitig negativ. Gleicherweise wurde der Beitrag von PD Dr. Thomas Schnitzler, den er für die Ärztekammer verfasst und dort im November des letzten Jahres auch (in stark gekürzter Form) vorgetragen hatte, massiv von dem derzeitigen Präsidenten der Bezirksärztekammer zensiert. Der Präsident der Bezirksärzteschaft wies selbst bei seiner Eröffnungsrede darauf hin, dass von Seiten seiner Kollegen/innen, also aus der Ärzteschaft selbst, massiver Druck auf seine Person wegen der möglichen Nennung von Namen derjenigen Ärzte durch PD Dr. Thomas Schnitzler, die in Trier mit den Nationalsozialisten nachweislich kooperiert hatten. Wissen muss man jedoch auch, dass dieser Arzt selbst beim Brüderkrankenhaus beschäftigt ist. Ebenfalls sind einige Mitglieder des Arbeitskreises der AGF im kirchlichen Dienst, so dass von dieser Seite aus versucht wurde mit den Verantwortlichen des Brüderkrankenhaues zu kooperieren, um weitere Stolpersteinverlegungen, die vom Kulturverein Kürenz e.V. aufgrund des Sachstandes der Forschungsarbeit von PD Dr. Thomas Schnitzler veranlasst wurden, zu generell verhindern. Das lehnten sowohl der Kulturverein Kürenz e.V. als auch DP Dr. Thomas Schnitzler ab (vgl. weiter unten: Brief).
Der Bericht im TV vom 06.06.13 "Aus der dunklen Vergangenheit für die Zukunft lernen" von Bernd Wientjes ist allerdings nicht nur unfassbar unkritisch (weil er die Informationen ja besitzt), sondern auch diskreditierend! Wientjes übernimmt völlig unkommentiert den folgenden Passus von Markus Leineweber und
Albert-Peter Rethmann, den derzeit Verantwortlichen des Brüderkrankenhauses wie folgt:
"Man werde ich der Vergangenheit stellen [...]. Allerdings soll die Aufarbeitung nicht in Zusammenarbeit mit Schnitzler geschehen, stellen Leineweber und Rethmann klar. Man werde einen professionellen Historiker damit beauftragen" (TV, 06.06.13, ebd,). 
Gegen diese Formulierung wehrt sich PD Dr. Thomas Schnitzler zu Recht, den sie diskreditiert seine wissenschaftliche Reputation auf unverschämte Art und Weise.
Der Redakteur des TV, Bernd Wientjes, weist jedoch alle Vorwürfe zurück, an dieser Stelle - ohne Klarstellung mittels der Informationen, die er ja besitzt - lediglich die Sichtweise des Brüderkrankenhauses wiedergegeben zu haben. Er schreibt an PD Dr. Thomas Schnitzler:
"[...] ich habe damit nur Herrn Rethmann zitiert, das ist keinesfalls mein Wortlaut, daher sehe ich auch keine Notwendigkeit einer Klarstellung. Aber vielleicht sollten Sie auf die Äußerungen reagieren" (B. Wientjes: E-Mail vom 07.06.13). -
Das ist wohl die Höhe der Kritiklosigkeit! Wohlmöglich soll Herr PD Dr. Thomas Schnitzler sich wiederholt vertraulich an Bernd Wientjes wenden, damit dieser weiterhin tendenziell - ohne Klarstellung, die ihm aufgrund seiner Informationen möglich gewesen wäre - weiter Schönreden kann? -
Man kann an dieser Stelle PD Dr. Thomas Schnitzler nur beipflichten, wenn er gegenüber Bernd Wientjes beklagt:
"[...] die unkommentierte Wiedergaben der meine Person diskreditierenden Statements von Herrn Leineweber und Herrn "Prof." Rethmann empfinde ich als beleidigend (Sinngemäß: Mit der Aufarbeitung werden wir nicht Herrn Schnitzler, aber "einen professionellen Historiker" beauftragen"). - Sie folgen da wohl jener unverschämten Diskreditierungs"taktik" Herrn Rethmanns (PS), der mich im Herbst 2012 in einem seiner Schreiben, in denen er mir und der Stolperstein-Projektklasse des MPG zum wiederholten Male die beantragten Einsichtnahmen in die Ordenschronik abschlug, einen "geschichtsinteressierten" Laien nannte. Jetzt ist diese Infame Strategie öffentlich wirksam" (Thomas Schnitzler: E-Mail vom 07.06.13). -
Vor diesem Hintergrund erscheinen die Aussagen von Herrn Leineweber, die Bernd Wientjes ohne weiteres referiert, in einem völlig anderen Licht, weil sie selbst so erschreckend unglaubwürdig sind:
"Leineweber gesteht, dass man womöglich eine Chance vertan hat, offensiver mit dem Thema umzugehen. Etwa im Rahmen der von der Trierer Bezirksärztekammer initiierten  Reihe über Medizin im Dritten Reich" (Tv, ebd.)
PD Dr. Thomas Schnitzler hatte seinen Vortag schon ausgearbeitet als ihm der Präsident eben jener Kammer ins Konzept fuhr, um die Kürzungen und Namensweglassungen vorzunehmen! Wenn daher die Verantwortlichen des Brüderkrankenhaus nun behaupten:
"Man werde einen professionellen Historiker damit beauftragen" (TV, ebd.), die geforderte Aufarbeitung endlich anzugehen, so ist auch dies eine Verdrehung der Tatsachen.
Denn bislang wurde die Einsichtnahme in die besagte "Chronik des Brüderkrankenhauses" immer damit abgewiesen, dass die "Chronik" derzeit nicht verfügbar sei, wegen der "externen" Aufarbeitung. Zudem ist die gewählte Sprache von Herrn Leineweber bedenkenswert, wenn er statt davon spricht, man müsse "wahrheitsgemäßer" mit dem Thema umgehen, behauptet, man habe bisher leider verpasst "offensiver" (sic!) mit dem Thema umzugehen. -
Wenn Herr Leinenweber behauptet, er sehe nicht nur eine "Notwendigkeit" die Schicksale der Krankentransporte zu erforschen, "sondern auch wie es dazu gekommen ist. Wie Ärzte und Pfleger in eine solch Situation kommen konnten, die Transporte in die Wege leiten zu müssen" (TV, ebd.), dann impliziert dieser Satz schon eine kleine Unwahrheit, die zeigt, dass die Brüder sich ihrer NS-Vergangenheit nicht stellen wollen: Denn es mussten (sic!) zu keinem Zeitpunkt Transporte in die Wege geleitet werden MÜSSEN! Dies zu behaupten, darin besteht ja gerade die verharmlosende  "Schulduneinsichtigkeit" der Ordensbrüder!
Ganz im Gegenteil zu dieser Einsicht steht dagegen die im Artikel von den Brüdern geforderte imageorientierte - und also instrumentalisierte - Geschichtsforschung. Faktenorientierte Gesichte wie sie PD Dr. Thomas Schnitzler bisher gegen den Willen, weil komplett ohne Unterstützung der Brüder (!), des Brüderkrankenhauses hat durchführen müssen, genügt offensichtlich nicht. Der gewünschte Gegenwartsbezug an dieser Stelle ist nicht anders als eine "Geschichtsinstrumentalisierung" zu verstehen, die vom eigenen Versagen, das wissenschaftlich untersucht werden soll, geschickt abzulenken. Leinewebers und Rethmanns Plädoyers für eine derart ergebnisfixierte und quellenzugangsbeschränkte Forschungspraxis steht im krassen Widerspruch zu heutigen Grundanforderungen einer zur Objektivität mit ergebnisoffener und freiheitlicher (unzensierter) Durchführung verpflichteter Wissenschaft. Genau diese Forderung propagierte im Mai 2012 Bundesärztekammerchef Montgomery, als Prof. Rethmann unsere Bitte ausschlug, Einsicht in die 1987 erschienene "Ordenschronik" zu gewähren. "Für eine erste Orientierung ist die von Ihnen angegebene Quelle von Heiner Martini für die Schüler [der Projektgruppe des MPG, J.V.] sicher sehr geeignet" (Schreiben von Prof. Rethmann vom 5.Sep.2012 an die Leiterin der Projekt-AG des MPG).
Doch gerade in diesem Buch wird, wie die Forschung von PD Dr. Schnitzler nachweist, "eindeutige Geschichtsinstrumentalisierung betrieben" (Th. Schnitzler, E-Mail). Des weiteren bemängelt Schnitzler:
"In dem selben Buch wurde die aktive Verstrickung des Krankenhauses und seiner Ärzte bei der Durchführung des Eugenik-Programms geleugnet (sic!), die andauernde Mitwirkung von Ärzten wie Psychiatrieabteilungsleiter Dr. Faas beschönigt und nicht zuletzt durch aktuelle (sic!) Forschungsarbeiten bewiesene Medizinverbrechen wie das Sulfonamid-Forschungsprogramm deutscher Ärzte sogar als wissenschaftliche Errungenschaft ausgewiesen!" (Th. Schnitzler, E-Mail)
Wenn daher Prof. Albert-Peter Rethmann in dem Artikel von Bernd Wientjes behauptet: "Man sei an einer seriösen, aber unabhängigen Aufarbeitung der dunklen Geschichte des katholischen Ordens interessiert" (TV, 06.06.13), dann kann "man" das nur unterstützen, insofern damit der eigene, bis heute anhaltende Verstrickungsprozess gemeint ist. Sollte Prof. Rethmann mit seiner Aussage - was durchaus nahe liegt - aber die bisherigen Forschungsergebnisse von PD Dr. Thomas Schnitzler diskeditieren wollen, insofern er diese von der von ihm geforderten "seriösen" Forschung abgrenzen will, so ist dies eine ungeheuerliche Verleumdung der bisher geleisteten Arbeit von Thomas Schnitzler.                          
"Offensiv" und "wahrheitsgemäß" geht derzeit nur DP Dr. Thomas Schnitzler mit dem Thema um, denn seine Forschungen sind nachweisbar - und wenn sie denn auch veröffentlicht werden können und nicht unter schadenfeinigen Vorwürfen in Trier gleich von mehreren Stellen  zensiert werden (!) - auch für jedermann nachvollziehbar oder ggf. ebenfalls wissenschaftlich kritisierbar, wenn sie denn widerlegt werden.
Dazu PD Dr. Thomas Schnitzler in seiner E-Mail:
"(PS) Das angeblich Forschungsprojekt der Brüder gab es nach Prof. Rethmann (Korrespondenz mit mir und Frau Gesche Kleinmenke [MPG], 2012) bereits im vergangenen Jahr. Es war aber eine reine Erfindung, Lüge Ablenkungsmanöver. Dies bestätigte mir Herr Dr. Mattheis [Bezirksärztekammerchef und Chirurg am Brüderkrankenhaus, J.V.] bei den Vorbereitungen zur Eröffnungsveranstaltung des Ärztekammer im November 2012: "Die externen Forscher gibt es nicht."" (Thomas Schnitzler: E-Mail, 07.06.13) -
Bisher ließ man unsere vielfachen "Forderungen nach Akteneinsicht" - zuletzt von Thomas Schnitzler bei der Stolpersteinverlegung am 30.11.12 im Beisein des Ordensoberen Markus Leineweber geäußert - immer unbeantwortet, so als habe man im Krankenhaus überhaupt keine Akten, die es einzusehen gälte. Nun heißt es erstmals, es müsse "zunächst einmal erfasst werden, welche Krankenakten aus dieser Zeit überhaupt noch existierten" (TV, 06.06.13) - Ein Blich in die besagte "Ordenschronik" würde diesbezüglich schon weiter helfen, würde sie den gestattet und nicht verhindert werden!
Diese gesamten Vorgänge um die Aufarbeitung der Verstrickungen der Ärzte und Brüder in die NS-Vergangenheit sowie die eklatante Behinderung der Erinnerungskultur mittels Verlegungen von Stolpersteinen in Trier sind ein großer Skandal, zu dem nun auch der TV durch den unkritischen Artikel von Bernd Wientjes seinen Beitrag leistet!
Dr. Johannes Verbeek (1. Vorsitzender des Kulturverein Kürenz e.V.) (08.06.13)

Neue Stoplersteine: Seit Jahren organisiert der Kulturverein Kürenz e.V. Stolpersteinverlegungen mit dem Künster Gunther Demnig in Trier. Der nächste Termin, zu dem Gunther Deming in Trier 14 neue Stolpersteine verlegen wird, findet am 18.03.12 in Trier statt. Es werden zwei
Verlegeorte besucht. Neben dem Brüderkrankenhaus (Hinterausgang), wird zum ersten Mal auch die ehemalige "Hinrichtungsstätte" für "Fahnenflüchtige" (sog. Deserteure) auf dem Grüneberg ein neuer Gedenkort in Trier. Im Anhang finden Sie die Presseerklärung des Kulturvereins Kürenz e.V. [weiter] (25.02.13)

Pressemitteilung des Kulturverein Kürenz vom 23. Februar 2013

Am 18. März 2013 wird der Künstler Gunter Demnig auf Einladung des Kulturvereins Kürenz weitere Stolpersteine zum Gedenken an Opfer der NS-Gewaltherrschaft verlegen. Durch die Recherchen des Heimatforschers Herrn Adolf Welter und des Historikers Dr. Thomas Schnitzler konnten 14 neue Opferschicksale namhaft gemacht werden. Fünf Schicksale beziehen sich auf sogenannte Krankenmorde. Bei der ersten, von Berlin (Tiergartenstraße) gesteuerten sog. „Aktion T 4“ starben 1941 Mathias Masselter (Jg. 1894) und Clemens Scherf (Jg. 1881) in der Tötungsanstalt Hadamar.
Drei weitere Personen starben in der späteren Phase der sogenannten „wilden Euthanasie“ in den Jahren 1942-1944: Anton Martini (Jg. 1866), Josef Kern (Jg. 1905) und Ferdinand Schloeder (Jg. 1892). Alle fünf genannten Personen waren Psychiatriepatienten im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder gewesen, ehe sie 1939 von dort in die „Zwischenanstalt Andernach“ bzw. von dort weiter nach Hadamar oder über das Kloster Ebernach nach Lemberg-Kulparkow (Heilanstalt) „verlegt“ wurden.   Mit weiteren neun Stolpersteinen wird erstmals der Grüneberg als Hinrichtungsort sogenannter „Wehrmachtdeserteure“ in der Öffentlichkeit sichtbar gemacht.

Diese Steine sollen an der Straßenecke Aveler Tal/Kolonnenweg unmittelbar am Anfang des neugestalteten Fußwegs verlegt werden. Die Hinrichtungsstätte selbst befand sich auf dem benachbarten, heute noch genutzten Militärgelände des Grünebergs (siehe Kürenzer Chronik 2007, S. 342-368 und Adolf Welter i. Neues Trierisches Jahrbuch 2011, S. 161-168). Seit 2002 gelten wegen „Fahnenflucht“ hingerichtete Soldaten jener Jahre aufgrund eines Bundestagsbeschlusses als anerkannte NS-Opfer. Folgende Soldaten wurden 1940 bis 1943 auf dem Grüneberg ermordet: Michael Diessbacher (Jg. 1910), Anton Gras (Jg. 1912), Alfred Krämer (Jg. 1915), Jakob Lessel (Jg. 1913), Franz-Xaver Matschilles (Jg. 1920), Georg Schlegelmilch (Jg. 1914), Siegfried Walter Schmidt (Jg. 1912), Werner-Gerhard Sopart (Jg. 1920) und Hans Studer (Jg. 1920).  
Die Verlegung beginnt ca. um 15 Uhr in der Peter-Friedhofen Straße (Hinterausgang / Brüderkrankenhaus) und wird voraussichtlich gegen 16 Uhr am Grüneberg, Ecke Kolonnenweg/Aveler Tal, fortgesetzt.
Es werden Opferangehörige erwartet. Schülerinnen/Schülern des MPG würdigen die NS-Opfer. Über den Hinrichtungsplatz am Grüneberg wird Herr Welter aus seiner Forschung berichten.

Der Kulturverein Kürenz e.V. bittet interessierte Bürgerinnen und Bürger um Unterstützung der Gedenkaktion durch Übernehme von Stolpersteinpatenschaften von 120 Euro (pro Stein) oder durch Spenden auf das Konto: Sparkasse Trier, Kto. Nr. 180 731 2, BLZ 585 501 30, Stichwort „Stolpersteine“.
Dr. Johannes Verbeek (1. Vorsitzender des Kulturverein Kürenz e.V.)

Zum Aus der Missbrauchsstudie: Kommentar zur wissenschaftlichen Aufarbeitung der Missbrauchsfälle in der Katholischen Kirche und zur Wahrnehmung von Verantwortung für den eigenen Berufsstand in der Bezirksärtzekammer Trier zur Zeit des Nationalsozialismus: "Meinnungsfreiheit ist eine Farce, wenn die Information über die Tatschen nicht garantiert ist." (Hannah Arendt, Wahrheit und Politik, S. 339; In: Übungen im politischen Denken, 1968/2012.) [weiter] (10.01.12)

Kommentar zum Artikel des TV vom 09.01.13: „Missbrauchsstudie scheitert: Kirche trennt sich im Streit von Forscher“

Überrascht hat das Vorgehen der Deutschen Bischöfe diejenigen, die sich intensiver mit der Geschichtsaufarbeitung der Kirche und ihrer Repräsentanten beschäftigen, nicht wirklich. Die immer gleichen Mustern machen sich bemerkbar: Die Bischöfe vermissen mangelnden Respekt vor ihrer geweihten Würde alleine schon dann, wenn sie nicht mit „Hochwürden“ angesprochen werden. Sie handeln nicht mit offenen Karten, indem sie die Archive nicht frei öffnen, sondern nur ausgewählte Falle zur Verfügung stellen. Dass dies nach Medienberichten (vgl. TV, ebd.) zufolge vor allem aus den als sehr konservativ geltenden Bistümern „Regensburg, München (sic.!), Dresden und Berlin“ TV, ebd.) betrieben wird, die verschiedene Einwände gegen die Aufarbeitung durch den Kriminologen Prof. Pfeifer erheben, staunt nicht wirklich, auch wenn dies mit schönen Worten der Kirchlichen Pressesprecher verwässert wird. So wird von einer nötigen  Neustrukturierung der Forschen gesprochen, wobei von Seiten der Kirche gemeint ist, dass die „Persönlichkeitsrechte“ der betroffenen Priester, die hier teilweise auch rechtskräftig verurteilte „Täter“ sind, gewahrt werden müssen. Darunter scheinen konservative Kirchenvertreter aber zu verstehen, dass die Akten der Forschung nicht zugänglich gemacht werden sollen, sondern zensiert werden (vgl. TV, ebd.). Dagegen versteht man unter einer wissenschaftlich korrekten Aufarbeitung, dass u.U. persönliche Daten anonymisiert werden oder Namen durch Initialen abgekürzt werden. Völlig abwegig ist dagegen, dass im Nachhinein neue Verträge Unterschrieben werden sollen, die den Repräsentanten der Kirche ermöglichen würden nach Abschluss der Studie willkürlich nur (genehme) Teile und Kapitel zu veröffentlichen, wie Prof. Pfeifer in einer Fernsehstellungnahme am 09.01.13 im ZDF sagte. Dass kirchliche Sprecher die Situation damit entschärfen wollen, dass sie feststellen, dass die Missbrauchsstudie „mit oder ohne Pfeiffer […] weiter läuft“ (TV, ebd.) glauben wir gerne: Nur ob die Studie dann noch wissenschaftlichen Kriterien genügt oder doch nur eine „Gefälligkeitsstudie“ bleibt, bedarf dann auch keiner Worte mehr. Beispiele für solche „wohlwollenden Gutachten“ gibt es genug. Diese Befürchtung haben die Wissenschaftler um Prof. Pfeiffer aber ausdrücklich, wenn sie in Bezug auf „die versuchte Einflussnahme von Seiten der Kirche“ (TV, ebd.) explizit „sogar“ von „versuchter Zensur“ (TV, ebd.) reden. – Deutlicher kann man es wissenschaftlich nicht mehr sagen. Leider enthält sich der Redakteur des TV-Artikels Rolf Seydewitz jeglichen Kommentars in Bezug auf die massiven Vorwürfe der „versuchten Zensur“ (TV, ebd.). Er lässt offen, ob sie zutreffen oder nicht bzw. ob das Vorgehen der Kirchenverantwortlichen selbst glaubwürdig ist oder eben nicht. Ein anderes Beispiel aus Trier zeigt, dass der TV und auch Herr Seydewitz durch entsprechende Pressemitteilungen an den TV durchaus wissen, dass nicht nur in Bezug auf die wissenschaftliche Aufarbeitung der „Missbrauchsfälle“ in der Kirche von „versuchter Einflussnahme“ (TV, ebd.) bis hin zur „Zensur“ (TV, ebd.) die Rede ist, sondern auch konkret in Fällen der Aufarbeitung der Verantwortung der Kirche und kirchlicher Institutionen zur Zeit des Nazianalsozialismus. Zwar berichtete auch der TV über die letzte „Stolpersteinverlegung“ am Hintereingang des Brüderkrankenhauses (vgl. TV), was aber bisher verschwiegen wurde, ist die massive Einflussnahme der Ordensbrüder auf die Recherche von PD Dr. Thomas Schnitzler und der Präsentation der Erkenntnisse durch Schüler/innen des MPG. Bis heute wird sowohl dem wissenschaftlich hoch qualifizierten Historiker PD Dr. Thomas Schnitzler, der im Auftrag und mit Unterstützung des „Kulturvereins Kürenz e.V.“  Recherchen in verschiedenen Landes- und Stadtarchiven durchführt, eine Studie vorenthalten, die auch auf Anfrage den Schüler/innen des MPG, nicht ausgehändigt wurde. In einem Kommentar vom 23.11.12 auf dieser Homepage habe ich mich entsprechen dazu wie folgt geäußert:

„Wiederholt wurde jedoch die Bitte des Kulturverein Kürenz vom Brüderkrankenhaus abgelehnt, ebenso wie diejenige des Arbeitskreises der Schüler/innen des MPG, die einige Opferbiographien zur Würdigungsfeier aufgearbeitet und dargestellt haben, Einblicke in die Chronik des Brüderkrankenhauses zu erhalten, die in einem Buch von Heiner Martini erwähnt wird (In: Heiner Martini: Der Gründer und sein Werk. Ordensgeschichte der Barmherzigen Brüder, Trier, 1987). Diese Chronik wird tatsächlich seit mehreren Jahren der Öffentlichkeit systematisch entzogen, mit dem fadenscheinigen Argument, die Geschichte des Krankenhaues werde zur Zeit extern aufgearbeitet. In Zeiten von digitalen Kopien ein wenig glaubwürdiges Argument, das nur vor dem Hintergrund einer hierarchischen Deutungshoheit verständlich wird. Denn die „Chronik“ ist darum so interessant für die Aufarbeitung und Verstrickung des Brüderkrankenhaues in die menschenverachtende Deportationspraxis der Nationalsozialisten, weil einige Aussagen von Heiner Martini darauf hindeuten, er habe auf originale Krankenakten Bezug genommen. Diese Akten werden der Aufarbeitungsrecherche des Kulturvereins Kürenz durch den Historiker PD Dr. Thomas Schnitzler aber von den Verantwortlichen des Brüderkrankenhauses verweigert und bisher nicht zugänglich gemacht. Auch die Schüler/innen des MPG wurden mit ihrer Bitte um Einsichtnahme von Prof. Dr. Albert-Peter Rethmann als nur „historisch Interessierte“ abgewimmelt, was nicht nur moralisch enttäuscht.
Diese völlig unkritische Praxis kritisierte auch Dr. Thomas Schnitzler in seiner Rede zur Verlegung der Stolpersteine am Hinterausgang des Brüderkrankenhaues am 18.11.12 ausdrücklich.“ (23.11.12, Homepage, ebd.) Aber auch in Bezug auf eine Veranstaltung, zu der die Bezirksärztekammer Trier am 29.11.12 eingeladen hatte, lässt sich ein fragwürdiges Verständnis der Trierer Ärzteschaft zur Aufarbeitung der Verantwortung ihres eigenen Berufstandes während der Zeit des Nationalsozialismus, feststellen. Auch hierzu sei auf einen Artikel hingewiesen, den ich am 30.11.12 auf dieser Homepage veröffentlicht habe. An dieser Stelle sei der komplette Wortlaut noch einmal angeführt:

„Die Bezirksärztekammer Trier hatte gestern (29.11.12) zu einer denkwürdigen Veranstaltung geladen. Wie schon zuvor im TV angekündigt, sollte es um eine umfassende Aufarbeitung innerhalb einer Vortragsreihe zum Thema: „Medizin unter dem Nationalsozialismus“ gehen. Der renommierte Historiker PD Dr. Thomas Schnitzler sollte ein Übersichtsreferat zur Einführung in die Reihe halten und es sollten weitere Zeitzeugen über ihre Erlebnisse berichten. Alle Vorträge waren beeindruckend. Sie wurden von einem großen Publikum mit Spannung, Entsetzen und Betroffenheit zur Kenntnis genommen. Der Beginn der Veranstaltung musste um gute 25 Minuten verschoben, weil das Interesse so übergroß war, dass die Raumabtrennung zunächst aufgehoben werden musste, damit alle Besucher Platz nehmen konnten. Ohne jetzt im Einzelnen die erschreckenden Inhalte zu referieren, ging wohl ein Satz des Ärztekammervorsitzenden, Herr Günther Mattheis, unvermutet, aber darum umso nachhaltiger unter die Haut. Im seiner Begrüßungsrede ließ Herr Mattheis kurz den Stand der überregionalen Aufarbeitung Revue passieren mit der Bemerkung, dass in der Region noch ein gewisser Nachholbedarf sei, weswegen der Historiker Dr. Schnitzler mit der Aufarbeitung beauftragt worden sei (Vgl. TV-Bericht). Dann allerdings wollte Herr Mattheis, dessen persönliche Betroffenheit man in diesem Augenblick mit Händen greifen konnte, nicht verhehlen, dass neben einem großen Zuspruch für das Projekt der Aufarbeitung unter den Ärzten auch einige wenige, dann aber auch in einer immer größer werdenden Anzahl, Kollegen sich zu Wort gemeldet hätten, die heftige Kritik übten und sich bis hin zu dem Satz verstiegen hätten: „Hier [in dieser Vortagsreihe der Ärztekammer, J.V.] werde ‚mit Dreck geschmissen‘“! – Dieser Vorwurf rief auch stilles Entsetzen unter den Zuhörern im Saal hervor! – Denn dieser Vorwurf ist infam. Es geht nämlich nicht darum Institutionen, denen sich die Ärzte loyal verpflichtet fühlten, weil sie ihre Arbeitgeber seien, zu diskreditieren, aber es geht nicht zuletzt auch darum die „Täter“ zu benennen und ihre Netzwerke bis weit hinein in die Nachkriegszeit aufzudecken. Denn im Gegensatz zu den „Opfern“, die teilweise bis heute nicht haben entschädigt werden konnten, weil u.a. „Akten“ nicht freigeben werden (vgl. die Rede von Dr. Thomas Schnitzler während der Stolpersteinverlegung am 18.11.12 am Hintereingang des Brüderkrankenhaues), wurden die „Täter“ aufgrund ihrer „Arbeiten während des Nationalsozialismus“ teilweise noch wissenschaftlich Promoviert oder sogar mit Bundesverdienstkreuzen ausgezeichnet – und dass, obwohl es Übeltäter waren. Um nichts weniger geht es auch hier. Und wäre ein großer Rückschritt in die falsche Richtung, sollten die Bemühungen der Bezirksärztekammer Trier aus den eigenen Reihen heraus hintertrieben werden. An dieser Stelle kann man nur zu Mut und Aufrichtigkeit raten. Denn das Evangelische Krankenhaus hatte zwar eine kleine Studie in Auftrag gegeben, die bisher aber weitgehend unzugänglich geblieben ist sowie einen internen Arbeitskreis zur weiteren Aufarbeitung gegründet. Solange diese Bemühungen zur Aufarbeitung aber nicht extern und unabhängig wissenschaftlich begleitet werden, ist ihr Erfolgt äußerst zweifelhaft und wird den Verdacht der „Schönschreibung der Faktenlage“ nicht los. Ohne Frage steht auch noch das Brüderkrankenhaus vor dieser Herausforderung. Die bei Heiner Martini erwähnte „Chronik“ muss zur Einsicht freigeben werden, damit überhaupt auch nur der Anschein einer seriösen Aufarbeitung gewahrt werden kann. Solange dies nicht geschieht, sind alle noch so gut gemeinten Worte nichts Verdunklung und Fortschreibung der Mittäterschaft. Ich hoffe, dass der Bezirksärztekammer in Trier diese Vorwürfe, die den Stand der Forschung nach Dr. Schnitzler auch referieren, erspart bleiben. Ein zaghafter Anfang ist gemacht, mehr aber noch nicht.“ (30.11.12, Homepage, ebd.) Es ist nicht so, dass keiner von Nichts wüsste! - Leider wird sich die AGF-Trier auch aufgrund von Differenzen in Bezug auf die Recherche, Aufarbeitung und Würdigung der Opfer bzw. der Benennung der Täter mit dem „Kulturverein Kürenz e.V.“ bis auf weiteres von Stolpersteinverlegungen zurückziehen. Der „Kulturverein Kürenz e.V.“ wird aber weitermachen und auch weiterhin auf Wunsch mit der AGF zusammenarbeiten. Wir lassen weder die Reputation von PD Dr. Schnitzler unwidersprochen beschädigen noch lassen wir zu, dass die Arbeit des „Kulturvereins Kürenz e.V.“ diskreditiert wird. (10.01.12)

Bemerkung: Die obigen Texte ab Punkt 19 folgend wurden am 07.02 und am 08.02.2016 von mir an dieser Stelle aktualisiert, da sie an verschiedenen Stellen dieser Homepage verteilt veröffentlicht wurde. Dennoch beschreiben sie alle die Aktivitäten des Kulturvereins Kürenz e.V. und dessen Engagement in Bezug auf Stolpersteineverlegungen und deren Nebenwirkungen un Trier. von den bisher erfolgten 15 Verlegeterminen mit Gunter Demnig in Trier hat der Kulturverein 13 organisiert und durchgeführt. Nur drei Termini wurden eigenverantwortlich von der AGF in Trier durchgeführt. (08.02.16)  

19.
Skandal: Bundesverdienstkreuz am Band für Thomas Zuche


Heute, am 13.02.16, erreichte mich die Nachricht, Thomas Zuche, von der AGF-Trier, habe von Bundespräsident Joachim Gauck das Bundesverdienstkreuz verliehen bekommen. Der Trierer Wochenspiegel berichtet darüber in seiner Ausgabe vom 05.02.16. Nach diesem Bericht habe die Ministerin Vera Reiß (zuständig für Bildung, Wissenschaft Weiterbildung und Kultur) Thomas Zuche die Auszeichnung überreicht und ihn u.a. auch gewürdigt.

Unbestreitbare Verdienst hat Thomas Zuche sicherlich durch sein langjähriges Engagement für in der AGF-Trier bei der Erforschung des Trierer Nationalsozialismus erworben, wobei seine Publikation „StaatFührer: Trier im Nationalsozialismus“ bezüglich der Rolle des früheren Bischofs Bornewasser Irrtümer transportiert, auf die der Historiker PD Dr. Thomas Schnitzler auf Besprechungen des Kulturvereins Kürenz e.V. mit der AGF wiederholt hingewiesen hat, ohne dass die falschen Fakten jemals von Thomas Zuche korrigiert wurden. Das ist wissenschaftlich sehr bedauerlich, da sich auf diese Weise gewisse (katholische) Mythen unberechtigter Weise fortsetzen – und unkritisch übernommen werden.  

Der Skandal dieser Auszeichnung für Thomas Zuche liegt jedoch in der naiven Würdigung der Ministerin Vera Reiß, die entweder ahnungslos oder sehr falsch informiert gewesen sein muss. Denn nach Maßgabe des Wochenspiegels habe die Ministerin unter der Überschrift „Gegen Widerstände“ (Wochenspiegel, TR, 05.02.16) Thomas Zuche in ihrer Laudatio wie folgt gewürdigt:

„Thomas Zuche sei die Einführung der Aktion Stolpersteine in Trier zu verdanken. Die dazu notwendige Forschung zu den Opfern der NS-Diktatur leistete er zusammen mit dem von ihm 1988 gegründeten Arbeitskreis „ Trier im Nationalsozialismus“ unter dem Dach der Arbeitsgemeinschaft Frieden. Aus den Erkenntnissen seiner Arbeit entwickelte der heute 56-jährige themenorientierte Stadtführungen“ (Wochenspiegel, TR, 05.02.16). Diese Aussagen sind allerdings in mehrfacher Weise falsch:
1. „Thomas Zuche sei die Einführung der Aktion Stolpersteine in Trier zu verdanken“ (Wochenspiegel, ebd.). Diese Aussage ist falsch. Tatsächlich hat der Kulturverein Kürenz e.V. unter der wissenschaftlichen Recherche von PD Dr. Thomas Schnitzler 2005 in der Domänenstraße in Kürenz zusammen mit dem Künstler Gunter Demnig die ersten fünf Stolpersteine in Trier verlegt. Vorausgegangen war dieser Verlegung ein Streit zwischen der jüdischen Kultusgemeinde Trier und der Arbeitsgemeinschaft Frieden (AGF). Erst aufgrund des Engagements des Kulturvereins Kürenz e.V. konnten die Stolpersteine verlegt werden. Auf unserer Veranstaltung in der VHS-Trier und am 30.08.16 im Stadtmuseum Simeonstift haben wir in dem Vortrag „Zehn Jahre Stolpersteine Trier" die Anfänge des Gedenkprojekts in Trier bis heute ausführlich dargestellt und auf die 16 Verlegeereignisse in diesem Zeitraum verweisen, die der Kulturverein Kürenz eigenverantwortlich organisiert hat, wobei wir über 182 NS-Opfern gedenken konnten. Leider berichtete weder der Wochenspiegel nach der Trierische Volksfreund über beide Veranstaltungen. Von der AGF-Trier war kein Verantwortlicher anwesend. Von den 15 erfolgten Stolpersteinverlegungen in Trier zeichnet die AGF gerade mal für ganze 3 Verlegungen eigenverantwortlich.

2. Der Kulturverein Kürenz e.V. hat die (zeitweise) Kooperation mit der AGF im Jahre 2013 offiziell aufgekündigt. Anlass dazu war u.a. die exklusive Einführung der Stolperstein-APP durch die AGF, ohne dass der Kulturverein Kürenz e.V. informiert oder an den Vorbereitungen dazu teilgenommen hatte. Dennoch werden sämtliche Texte und Fotos auf dieser Homepage ausschließlich durch das Signum „AG-Frieden“ gekennzeichnet, was der Wahrheit nicht entspricht: „Die dazu notwendige Forschung – so die Ministerin Vera Reiß – zu den Opfern der NS-Diktatur leistete er [Thomas Zuche] zusammen mit dem von ihm 1988 gegründeten Arbeitskreis „ Trier im Nationalsozialismus“ unter dem Dach der Arbeitsgemeinschaft Frieden“ (Wochenspiegel, ebd.). -
Die Recherchen und Forschungen zu den Opferbiographien, die die Grundlage für alle Verlegungen in Trier bildeten, welche der Historiker PD Dr. Thomas Schnitzler im Auftrage des Kulturvereins Kürenz e.V. geleistet hat, werden nirgends erwähnt bzw. durch den Generalautorencode „AG-Frieden“ sogar verschleiert. Dies geschieht auch besonders in der neuen Auflage der Broschüre „Stolpersteine erzählen“, die die AGF am 31.01.16 mittels einer Sektparty im Simeonstift Trier vorgestellt hat. Die Leistungen des Kulturvereins Kürenz e.V. sowie die Arbeiten des Historikers PD Dr. Thomas Schnitzler wurden und werden mit keinem Wort [sic!] gewürdigt oder auch nur erwähnt.

3. Diese Veranstaltung zur Neuauflage der Stolpersteinbroschüre gab den entscheidenden Anstoß, gegen zahlreiche Verletzungen der Autorenschaft und des üblicher Weise wissenschaftlichen Zitierens in dieser zweiten Ausgabe (inkl. der APP) juristisch vorzugehen. Derzeit wird der Kulturverein Kürenz e.V.  durch einen Rechtsanwalt unterstützt, der eine Klage gegen die Verantwortlich der AGF, zu denen an vorderster Front auch der soeben – bezüglich seiner Stolpersteinarbeit aber völlig zu Unrecht (!) – ausgezeichnete Thomas Zuche gehört, dem es offensichtlich gefällt, sich mit fremden Federn zu schmücken.
Wohl unter völliger Verkennung der Faktenlage würdigte die Ministerin Vera Reiß Thomas Zuche mit den völlig daneben liegenden Worten: „Aus den Erkenntnissen seiner Arbeit entwickelte der heute 56-jährige themenorientierte Stadtführungen“ (Wochenspiegel, TR, 05.02.16). - Nein: Die meisten Beiträge auch und vor allem für der erste Auflage der Stolpersteinbroschüre stammen von dem Mitarbeiter des Kulturvereins e.V. PD Dr. Thomas Schnitzler. Zahlreiche Beiträge und Fotos dieser Auflage finden sich nun auch in der zweiten Auflage wieder, wurden aber jetzt mit einem neuen Autorennamen von Mitarbeiter/innen der AGF [sic!] versehen, wobei die „Verlegedaten“ nicht mehr erwähnt werden, an denen man aber identifizieren kann, welcher Verein tatsächlich für die Recherche verantwortlich war. – Unsere Rechte an Text und Fotos werden wir nachweisen und  einklagen. Ein Umstand übrigens, der Herrn Zuche und der AGF seit dem 31.01.16 explizit bekannt ist – also noch vor der Verleihung seines Kreuzes -, weil ich unmittelbar nach der unverschämten Vorstellung der Neuausgabe den Hauptamtlichen der AGF, Markus Pflüger, mündlich über unser Vorgehen persönlich informiert hatte.

Es ist kaum verständlich, dass der ausgezeichnete Thomas Zuche sich nicht gegen die einseitigen Lobzuweisungen der Ministerin gewehrt habe, sondern das Bundesverdienstkreuz am Bande unter falschen Würdigungen angenommen haben sollte. – Er sollte sich gehörig, sowie seine mitjubelnde Mischpoke der AGF ebenso, etwas schämen!
Allenfalls peinlich ist dieser Umstand auch für die anscheinend völlig fehlinformierte Ministerin für Wissenschaft, Bildung und Kultur, Frau Vera Reiß.   (Johannes Verbeek, 1. Vorsitzender des Kulturverein Kürenz e.V.)

20.
Wenn wissenschaftliche Forschung derart so eingeschränkt wird, dass sie nichts erbringt …

Kommentar zum TV-Artikel „Verstoßen und zwangssterilisiert“ vom 09.02.16: Lang ist’s her, dass der der Historiker Matthias Klein im Rahmen eines Promotionsvorhabens seinen Vortrag über Kinderschicksale im St. Josephsheim in Föhren während der Zeit des Nationalsozialismus im Stadtmuseum Simeonstift gehalten hatte. Erstaunlicherweise erfolgte über mehrere Monate hinweg keine Berichterstattung, obwohl der fertige Artikel dem TV schnell vorlag. Die Gründe, weshalb der TV nicht  zeitnah berichten wollte, bleiben im Dunkeln, ebenso wie die Gründe dafür, dass der TV bis heute überhaupt keine Berichterstattung über den Vortag „10 Jahre Stolperstein in Trier“ für nötig hielt, den der Kulturverein Kürenz e.V. im Rahmen des gleichen Vortragsprogramms im Simeonstift am 30. August 2015 gehalten hatte. Vor diesem unseligen Hintergrund willkürlicher Berichterstattung ist es freilich sehr schwierig eine fortlaufende, inhaltliche Diskussion zu führen, die aber wegen einiger Unstimmigkeiten im Umgang einer sachgerechten Aufarbeitung des NS-Unrechts bezüglich der Euthanasieopfer in Trier und Umgebung dringend notwendig bleibt.

Über die Darstellung einiger, ausgewählter Einzelschicksale der Mädchen im St. Josephsstift in Föhren und anderer Fallbeispiele gibt der Artikel von Katja Bernardy einen guten Überblick. Leider gibt dieser Artikel aber über die augenfälligen Schwächen des Vortags nur unzureichend Auskunft. Das fängt schon damit an, dass Herr Klein sein Thema wissenschaftlich immer wieder dermaßen eingrenzt, dass nicht einmal Antworten darüber möglich sind, wie viele der [insgesamt 128, J.V.] Kinder den Landespsychiater überhaupt zu Gesicht bekommen haben“ (TV, 09.02.16, ebd.)? Tatsächlich wurden, so Klein, über 78 Fälle vor dem Erbgesundheitsgericht in Trier verhandelt (vgl., ebd.). Zahlreiche Fälle wurden aufgrund dieser Gutachten, die sich allesamt auf die von den Nationalsozialisten neu geschaffene Gesetzesgrundlage vom 14. Juli 1933 bezieht, zwangssterilisiert. Das „Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses von 1933“ (TV, ebd.) führte zu einer Kooperation nicht nur zwischen dem St. Josephsstift und dem ehemaligen Elisabeth-Krankenhaus in Trier, wo zahlreiche Zwangssterilisationen durchgeführt wurden, sondern auch zu einer Kooperation zwischen dem Brüderkrankenhaus in Trier und dem davon nur wenige hundert Meter entfernten Elisabeth-Krankenhaus. Der Vortrag von Matthias Klein zeichnet zwar die groben Wege des gegenseitigen Ineinandergreifens und der fahrlässigen Argumentationen auf, aufgrund derer die Mädchen aus Föhren für „schwachsinnig“ (TV, ebd.) erklärt wurden, um danach ihre „Unfruchtbarmachung“ (TV, ebd.) anordnen zu können. Immer wurde dabei nach dem gleichen Schema vorgegangen, resümiert Matthias Klein seinen Vortrag. Darüber hinaus stellt Matthias Klein leider keine relevanten Fragen.
Vor diesem Hintergrund ergibt sich der interessanteste Satz am Schluss des Artikels von Katja Bernardy:
„Fragen der Zuhörer nach Zeitzeuginnen oder ob die Ärzte jemals zur Rechenschaft gezogen worden seien, bleiben unbeantwortet“ (TV, ebd.). -

Das vorgestellte Zwischenergebnis der Studie ist für ein dermaßen ambitioniertes, wissenschaftliches  Projekt, das einen Zuschuss von insgesamt 120.000 Euro erhalten hat, allerdings mehr als dürftig. In einem „Extra“ berichtet Katja Bernardy darüber, dass die Forschungsgelder „durch einen Förderverein, die Barmherzigen Brüder und die [Ärzte-]Kammer“ (TV, ebd.) finanziert werden.

Mit dieser Information wird allerdings sehr deutlich – wenngleich das in dem Artikel von Katja Bernardy nicht mehr thematisert wird (!)-, dass es sich bei dem Thema des Promotionsvorhabens von Matthias Klein um einen Teil bloßer „Auftragsforschung“ handelt, mit der der Trier Historiker Thomas Grotum als betreuender Dozent der Uni-Trier seinerzeit beauftragt wurde (vgl. ebd.), nachdem sich der Vorsitzende der Trierer Ärztekammer, Günther Mattheis, mit dem innovativen Historiker PD Dr. Thomas Schnitzler überworfen hatte. Der Grund dafür ist war ein erster Vortrag von Thomas Schnitzler im Jahr 2012 zum Thema „Medizin im Dritten Reich in der Region“ in den Räumen der Ärztekammer Trier, nach dem zahlreiche anwesende Arztinnen und Ärzte ihren Unmut öffentlich darüber äußerten, dass die Täternamen der die Zwangssterilisationen durchführenden Trierer Ärzte und Institutionen offen ausgesprochen und vorurteilslos benannt wurden. Das solle bei der gesamten Aufarbeitung auch weiterhin der Fall sein. Nach diesem Vortrag wurde dem Historiker PD Dr. Thomas Schnitzler die zuvor im Trierer Volksfreund einvernehmlich bekannt gegebene Aufarbeitung „der regionalen NS-Medizingeschichte“ (TV, ebd.) von dem Chef der Trierer Ärztekammer, Günther Mattheis, entzogen. Die im Nachhinein vorgebrachte Begründung für diesen plötzlichen Rückzug lautet jedoch erstaunlicher Weise, der Historiker PD Dr. Thomas Schnitzler sei nicht ausreichend qualifiziert für diese Arbeit! Er sei nur „Sporthistoriker“ und nicht „Historiker“. Damit sei er aus Sicht des Arztes Dr. Mattheis völlig unqualifiziert, obwohl die wissenschaftlichen Grundlagen und historischen Methoden in beiden „Sparten“ die gleichen sind und PD Dr. Thomas Schnitzler nachgewiesenermaßen wissenschaftlich Arbeiten kann, was seine akademischen Titel ausweisen.  

Es sind aber gerade diese in der Kritik stehenden Institutionen, namentlich die „Trierer Ärztekammer“, das  „Brüderkrankenhauses“ und das Elisabeth-Krankenhauses“ in Trier, die die Aufarbeitung der „Euthanasieopfer“ in der Region Trier nun nicht nur finanziell fördern, sondern auch alle samt im wissenschaftlichen Beirat des UNI-Projektes namentlich vertreten sind. Die finanzielle Förderung an sich wäre kein Thema, stießen interessierte Beobachter des Kulturvereins Kürenz e.V., die sich seit zehn Jahren für ein dezentrales Opfergedenken durch die Verlegung von „Stolpersteinen“ in Trier zusammen mit dem Künstler Gunter Demnig engagieren, nicht auf eine Mauer des Schweigens, wenn es um Informationen geht, die für eine Aufarbeitung der NS-Medizien mittels wissenschaftlicher Recherche für „Stolpersteinverlegungen“ interessant zu werden scheinen – aber von den oben genannten Institutionen seit Jahren verweigert werden.

Allein meine Frage an den Referenten Klein, welche Ergebnisse sein Promotionsvorhaben denn in Bezug auf die Verlegung von Stolperstein für Euthanasieopfer in Trier zu Tage treten würden, wurde von seinem Betreuer Thomas Grotum mit einer Überreaktion aufgestauter Erregung als völlig unmöglich dargestellt, so als würde ich allein durch meine Frage – auf die Herr Klein nichts zu sagen wusste (!) - das ganze Promotionsvorhaben gefährden, weil ich konkret nach verwertbaren Namen für das Stolpersteinprojekt in Trier angefragt hatte, für das der Kulturverein Kürenz e.V. (im Gegensatz zur AGF [sic!]) verantwortlich zeichnet. Der sich an diese scheinbar unverfängliche Frage anschließende kleine Disput, zeugt von einer gewissen Ahnungslosigkeit oder bewusst naiven Vertuschung der wissenschaftlich Verantwortlichen an der Uni-Trier. Denn es wurde auf den „Daten- und Persönlichkeitsschutz“ verwiesen, den auch die historische Forschung einzuhalten gebiete. Aus diesem Grund hatte der Referent keine konkreten Namen nennen wollen und in seinem Vortrag auch nicht genannt, wodurch seine Forschungsergebnisse für ein mögliches Opfergedenken durch die Verlegung von Stolperstein für Euthanasieopfer in Trier aber komplett unergiebig ist. –

Diese Feststellung ist nicht unwichtig. Denn noch auf dem oben schon erwähnten Vortrag „Zehn Jahre Stolpersteine in Trier“ des Kulturvereins Kürenz e.V., stellte der damals im Simeonstift auch anwesende Dozent Thomas Grotum im Beisein des Oberen des Brüderkrankenhauses Leinenweber und im Beisein des Chefs der Trierer Ärztekammer Günther Mattheis fest, dass das von den gleichen Vertretern geförderte Forschungsvorhaben an der Uni-Trier, zunächst alle Fakten erfassen müsse, um danach [sic.!] zu einer angemessenen Bewertung der jeweiligen Insolvenzen einzelner Personen und Institutionen in Bezug auf das Unrecht der NS-Medizin in der Region Trier zu kommen. Auf diese Ergebnisse solle sich dann der Kulturverein Kürenz e.V. stützen. Das klinkt rein theoretisch auch sehr vernünftig, wäre mit diesem Vorgehen nicht auch die völlige unter Verschlusshaltung  wichtiger Quellen durch die Universität gegeben, die die Verantwortlichen des Brüderkrankenhauses trotz fünfmaliger Anfrage (und jeweiliger Ablehnung) auf Einsicht bezüglich der Erforschung der Euthanasieopfer durch den Kulturverein Kürenz e.V. bewusst vorenthalten.
Auf seine solche Strategie der verantwortlichen Institutionen wies bei ihrem Vortag auf der Veranstaltung „Zehn Jahre Stolpersteine in Trier“ im Simeonstift die Bundesvorsitzende der „Arbeitsgemeinschaft Bund der Euthanasiegeschädigten und Zwangssterilisierten e.V.“ Frau Margret Hamm ausdrücklich hin. Wissenschaftliche Forschung und Aufarbeitung werde durch die betroffenen Institutionen vielfach nicht nur nicht unterstützt, sondern in zunehmenden Maße offen verhindert. Im Gegensatz zu der Meinung von Herrn Klein und Dr. Grotum, aus Personenschutzgründen keine Namen nennen zu dürfen, steht aber der Benutzerhinweis für personenbezogenen Daten im Archivportal von RLP, wonach gelt: „Archivgut kann aber durch gesetzliche Vorschriften (z.B. Schutzfristen von 30 Jahren bei Sachakten und 10 Jahren nach dem Tod bei personenbezogenen Akten [sic!]) oder aus konservatorischen Gründen von der Benutzung ausgeschlossen sein“ (Archivportal RLP, ebd.). Allerdings müsste sich Herr Klein die Mühe machen, in jedem Einzelfall den Nachweis zu erbringen, dass der Tod mindestens 10 Jahre zurückliegt. Dieser Arbeit hat er sich bisher aber überhoben im Gegensatz zum Kulturverein Kürenz e.V., dem die entsprechenden Daten durch seinen wissenschaftlichen Beirat, PD Dr. Thomas Schnitzler, zur Verfügung stehen.   Auf Grund unserer neuen Informationen durch den Vortrag von Herrn Klein und seiner expliziten Auskunft, seine Promotionsschrift werde in Bezug auf mögliche Stolpersteinverlegungen keine verwertbaren Erkenntnisse zu Tage befördern, haben wir uns vom Kulturverein Kürenz e.V. dazu entschlossen, erneut Briefe an den verantwortlichen Oberen der Brüderkongregation Herrn Markus Leinenweber zu schreiben, mit der erneuten Bitte um Einsicht in die uns bisher verweigerte „Chronik“, die der Forschungsgruppe an der Uni-Trier zur exklusiven (!) Nutzung übergeben wurde. Weitere Fragenstellungen, die Herr Klein nicht beantworten konnte, wurden für uns von PD Dr. Thomas Schnitzler angefügt, vor allem auch in Bezug auf mögliche Entschädigungsrechte von noch lebenden Opfern und Opferangehörigen. Die Anfragen wurden an das Brüderkrankenhaus und an das Elisabeth-Krankenhaus bereits abgeschickt.

In diesem Zusammenhang ist auch der Abschnitt im „Extra“ des Volksfreunds von Bedeutung, der sich mit dem Evangelischen Elisabeth-Krankenhaus auseinandersetzt, in dem die Zwangssterilisationen während der NS-Zeit durchgeführt wurden. „Die Errichtung eines Mahnmals“ (TV, ebd.) zum Gedenken an die Opfer von Zwangssterilisationen, auf das wir zusammen mit einigen Schülergruppen des MPG, die unter der Leitung meiner Kollegin Gesche Klein-Menke zahlreiche Opferakten aufgearbeitet und bei den Stolpersteinverlegungen in den letzten Jahren vorgestellt und gewürdigt haben, immer wieder hingewiesen hatten, wurde von den Verantwortlichen im Elisabeth-Krankenhaus bisher nicht aufgegriffen. Die entsprechenden Akten hatte PD Dr. Thomas Schnitzler zuvor in verschiedenen Archiven recherchiert und dieser Arbeitsgruppe zur Verfügung gestellt. Die eigens gegründete AG zur Sichtung und Aufarbeitung der noch voranderen Krankenakten unter der Leitung von Barbara Weiter-Matysiak und Rudolf Müller mit dem unhandlichen Namen „Förderverein zur historischen Erforschung von Zwangssterilisationen in der Region Trier während der NS-Zeit e.V.“ hat bisher – trotz unserer zahlreichen Anfragen – noch keine Ergebnisse kommuniziert. Nicht einmal die durch die Schülerrecherche zusammen mit PD Dr. Thomas Schnitzler zusammengestellte Auflistung von über 712 Opfernamen, die bei einer Verlegung von vor zwei Jahren den Verantwortlichen des Elisabeth-Krankenhauses zu Händen des Vorsitzenden des Presbyteriums der Evangelischen Kirchengemeinde Trier, Herrn Georg-Friedrich Lütticken, vor Ort übergeben wurde, fand bisher eine entsprechende Rückmeldung. Man schweigt sich aus und hofft, auf diese Weise die historischen Probleme seiner Institution erneut vergessen zu können. In diesen Zusammenhang passt dann auch die abschließende Bemerkung von Katja Bernardy in ihrem „Extra“ zum oben erwähnten Artikel: „Mehrere [sic!] Anfragen an die Krankenhaussprecherin [des Elisabeth-Krankenhauses], was aus dem Vorhaben [der Errichtung eines Mahnmals für Zwangssterilisierte in Trier] geworden sei, bleiben unbeantwortet“ (TV, 09.02.16). – So ist es. Und das ist kein Zufall.
(13.02.16)




                 

21.
  Der von der AGF verschleierte marginale Anteil an dem Gedenkwerk Stolpersteine in Trier   (Verbeek/Schnitzler) 15.02.16   Die Selbstdarstellung der AFG als Hauptprojektbetreiber und neuerdings auch als Initiator der Gedenkaktion stellt die nachweislichen Tatsachen und auch öffentlich publizierten Informationsbild total auf den Kopf. Diese manipulative Selbstdarstellung erfährt nun durch die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an Thomas Zuche, den Hauptaktivisten der AFG in Sachen NS-Gedenkarbeit, von höchster politischer Stelle einen repräsentationspolitischen Ritterschlag. Denn bei der Vergabe begründete die Landesbildungsministerin, Frau Vera Reiß (SPD), die Auszeichnung auch ganz ausdrücklich mit dieser seiner angeblichen Referenz::   „Thomas Zuche sei die Einführung der Aktion Stolpersteine in Trier zu verdanken. Die dazu notwendige Forschung zu den Opfern der NS-Diktatur leistete er zusammen mit dem von ihm 1988 gegründeten Arbeitskreis „Trier im Nationalsozialismus“ unter dem Dach der Arbeitsgemeinschaft Frieden. Aus den Erkenntnissen seiner Arbeit entwickelte der heute 56-Jährige themenorientierte Stadtführungen.“[1]     Verbeek konstatierte in seiner Replik zu Recht, „dass die Bildungsministerin entweder ahnungslos oder sehr falsch informiert gewesen sein muss.“[2]   Eine seriöse, nämlich anhand der tatsächlichen Arbeitsbeteiligung bei der Realisierung des Projektes in Trier ergibt ein ganz andere Bilanz. Bei den insgesamt 15 bisherigen Stolpersteinverlegungen[3] gab es nur eine einzige, die ausschließlich aufgrund historischer Arbeiten durch AGF-Mitglieder ermöglicht worden war. Nämlich bei der fünften Verlegung am 21.September 2009, bei der lediglich an einem Ort, nämlich in der Neustraße 92 fünf Stolpersteine z. Gedenken an NS-Opfer der jüdischen Familie Herrmann vor dem Haus Nr. 92 gelegt worden. Waren. An den beiden übrigen vierzehn Verlegungen beteiligten sich AGF-Mitglieder nur bei zwei Verlegungen, dort allerdings mit einem an der Gesamtzahl verlegter Steine bzw. der jeweils angelaufenen Verlegeorten deutlich geringerem Anteil als der Kulturverein Kürenz. Überhaupt erstmals bei der fünften Verlegung 2007. Bei den Recherchearbeiten für die insgesamt 11 Stolpersteinen dieses Verlegetages erbrachten AGF-Mitglieder historische Recherchen nur für die beiden Gedenken von Olga und Gertrud Heilbronner in der Johannistraße 10. Aber auch hier, wie bei allen Setzungen mit AGF-Beteiligungen, hatte Dr. Thomas Schnitzler sowohl mitrecherchiert, und er hatte auch hier die beiden wichtigen letzten Arbeitsschritte allein mit dem Projektmanagement bzw. mit dem Künstler selbst abgesprochen. Also die Terminabsprache und die Absprache des Inschriftentextes. Erst bei der fünfzehnten Verlegung beteiligten sich die AGF zum dritten Male weitgehend allein an den biografischen Vorrecherchen. Gemessen an der Gesamtheit der 18 neu verlegten Steine dieses Tages fiel sie mit sechs an den insgesamt 18 Vorrecherchen (Millen, Benediktinerstr- 3, und 5 x Kallmann, Neustr. 92) abermals deutlich hinter dem Beitrag des Kulturvereins Kürenz zurück, der außer zwei Dritteln der Recherchearbeiten abermals die Gesamtkoordination der insgesamt fünf Stationen anlaufenden Verlegerroute übernommen hatte. Von den AGF-Mitgliedern recherchierte allein Frau Metzler intensiv Opferbiografien einer jüdischen Familie in Olewig, so dass in einer seriösen Gesamtbilanz auch diese sechste Verlegung 2008 zu berücksichtigen ist.[4] Aber der alles in allem doch eher magere Anteil an der historischen Recherchearbeit für das Projekt wird noch deutlicher mit Blick auf die Gesamtheit der insgesamt 170 in Trier verlegten Stolpersteine. Unter Mitberechnung der 5 Stolpersteine aus der Recherchearbeit Frau Metzlers erbrachte die AGF eigenständige - auch dieses Adjektiv unter Vorbehalt der jeweils nachweislichen Mitwirkung (Schnitzler, Kulturverein Kürenz, Teminabsprache, Inschriftentext) - lediglich für 18 Stolpersteine. Also etwas mehr als 1/10. Bezogen auf die Gesamtheit der insgesamt 69 Stolperstein-„Adressen“ in der Stadt und einigen Vororten (Siehe AGF 2016, S. 165-166) fällt der nachweisliche Eigenanteil der AGF an der historischen Vorarbeit mit insgesamt vier (Neustr. 92, Johannisstr. 10, Olewigerstr. 151, Benedikinerstr. 3) noch deutlicher zurück.   In Bezug auf die Einführung des Stolpersteinprojekts in Trier betreibt die Ministerin in ihrer oben zitierten Laudatio auch in Bezug auf den AGF-Arbeitskreis „Trier im Nationalsozialismus“ und Zuches diesbezügliche Aktivitäten einen ebenso trügerischen Etikettenschwindel. Die seiner Mitarbeit in bzw. mit diesem Arbeitskreis zugeschriebene Pionierfunktion hat es so nicht gegeben. Denn bei ihren „ns-historischen Rundgängen, deren Routen Zuche als herausgebender Ko-Autor der drei Auflagen des „Stattührers“ 1996 bis 2005 kommentierend beschrieben hatte,[5] fehlen den Mitarbeiten das notwendige biografische Wissen. Obwohl Zuche mit Adolf Altmann, Gertrud Schloss, Schwester Mirjam Michaelis, Aurelia Torgau Wald u. Andreas Hoevel (2005)  Lebensskizzen bereits über fünf NS-Opfer verfasst hatte, deren später auch durch Stolpersteine gedacht wurde, fehlten in allen dieser Darstellungen essentiell wichtige Informationen für die  Inschriften-Betextung eines Stolpersteines: außer vollständigen Daten über die Verfolgung insbesondere exakte Angaben über ihren letzten frei gewählten Wohnort und damit gerade die Information, anhand der sowohl der Ort eines zukünftigen Stolpersteins und später dann ein „Stolperstein-Rundgang“ bereits zu konzipieren gewesen wäre. Und dieses Wissen hatte sich der AGF Arbeitskreis auch bei der Dritten Auflag von Zuches „Stattführers“ n i c h t erarbeitet. Dazu bedurfte es der Kooperation mit dem Kulturverein Kürenz, dessen Historiker Schnitzler und mit dem von demselben an der Uni Trier im SS 2006 betreuten Projektseminar Stolpersteine. Nachweislich wurden die Stolpersteine-Verlegungen für jene in Zuches „Stattführer“ porträtierten fünf NS-Opfer (Altmann, Schloss, Michaelis, Torgau-Wald und Hoevel)[6] nicht aufgrund Recherchen des AGF-Arbeitskreises realisiert, sondern aufgrund anderweitiger Projektkooperationen, die allesamt von dem Kulturverein Kürenz und den diesen beratenden Historiker koordiniert und betreut worden waren.    Die krasse Fehleinschätzung der Ministerin gerade auch in Bezug des AGF-Arbeitskreises ist vielleicht am deutlichsten zu widerlegen mit der Stolpersteinverlegung zum Gedenken an den jüdischen Oberabbiner Dr. Altmann vom 13.02.2006. Aufgrund ihrer passiven Haltung gegenüber der Synagogengemeinde als erklärter Projektgegnerin war es wiederum Allleinverdienst der von dem Kulturverein Kürenz mit einer kooperierenden Schulprojektklasse (Dr. Verbeek, AVG) koordinierten Recherchearbeit. In deren Verlauf waren Kontakte mit den Altmann-Enkeln in Israel geknüpft worden, die ihren ausdrücklichen Wunsch für diese Verlegung ausgesprochen hatten. Bei dieser Korrespondenz erhielt der Kulturverein Kürenz übrigens von den Altmann-Enkeln übrigens jenes letzte erhaltene Familienfoto des Oberrabbiners aus dem Jahre 1936 (Den Hague), dessen Eigentümerrecht in beiden AGF-Broschüren fälschlich ausgewiesen worden sind.   Und diese Ergänzung im Absatz 2 Bundesverdienstkreuz Zuche- „katholische Mythen...fortgesetzt“. Durch die angebliche Unkenntnis neuerer Forschungen[7] drückte sich Zuche wie die AGF-Verfasserkollegen vor dieser wichtige Neueinschätzung, dass die Katholische Kirche nicht nur Opfer, sondern bei den Krankenmordopfern aus Institutionen ihrer Trägerschaft (Krankenhäuser, Pflegeheime, Kinderheime) strukturelle Kooperationsfunktionen erfüllt hatte. Aber dieser wichtige, zumal bei den Trierer Stolpersteinverlegungen zuletzt sehr deutlich gewordene Gedenkaspekt,[8] bleibt in der aktuellen Broschüre unter Zuches Mitwirkung immer noch ausgeklammert     Weitere Ergänzung bezüglich Belegfälschungen.- Hier Fotos: Fast die Hälft der insgesamt 93 illustrationsfotos nachweislich mit falschen Eigentümer- „Bildnachweisen“ belegt. Die Herausgeberin bediente sich unausgewiesen allein an rund 50 Fotos aus dem Eigentum des KKV, verschleiert durch Falsche Neuzuschreibung. Mindestens 30 weitere Fotos wurden urheberrechtlich falsch ausgewiesen. Unter diesen auch mehr als ein halbes Dutzend Porträtfotos jüdischer NS-Opfer, die dem Kulturverein Kürenz vom emigrierten Angehörigen im Vertrauen auf seriöse Gedenkarbeit ausgehändigt worden waren.      
[1] Thomas Zuche erhält Bundesverdienstkreuz. Auszeichnung für „mitreißenden Netzwerker“. In: Wochenspiegel v. 6. Februar 2016. [2] Zitate nachfolgend: Johannes Verbeek: Skandal. Bundesverdienstkreuz an Thomas Zuche.“ In: Dr. Johannes Verbeek (persönliche Homepage). Trier 11.2.2016. [3] 2005: 12. Februar und 30. Mai; 2006: 13. Februar und 30. Oktober; 2007: 24. Februar und 20. November; 2008: 28. Oktober; 2009:21. September, 2011: 22. Oktober,  2011: 06. April und 22. Oktober; 2012: 18. November; 2013: 18. März; 2014: 22. Februar und 2015: 22. April; 2008: 28 Oktober; 2009: 21. September;: 2011: 6. April und 22. Oktober; 2012: 18. November: 2013: 18. März; 2014: 22. Februar und 2015: 22. April. Diese und nachfolgende Informationen zur Bewertung des Kooperationsanteils der AGF vgl. Verbeek/Schnitzler 2015. [4] Bei der  sechsten Verlegung am 28.10.2008 ergänzte sie Schnitzlers Vorarbeiten über die 5 NS-Opfer der jüdischen Familie Bach-Schröder aus Olewig um intensive eigene Familienforschungen, außer ihr der Konzer Lehrer Willi Körtels zwei weitere der insgesamt 15 Steinsetzungen dieses Tages, nämlich die in Konz (Martinstr. 17) zum Gedenken an die beiden jüdischen NS-Opfer Marianne und Mathilde Levy.   [5] Thomas Zuche (1996): Stattführer. Trier im Nationalsozialismus. 1. Auflage. Trier und Thomas Zuche (2005): Stattführer. Trier im Nationalsozialismus. 3. Auflage. Trier. [6] Über Dr. Altmann vgl. Zuche 1996, S. 119 u. Zuche 2005, S. 129-130, Michaelis, vgl. Zuche 1996, S. 127-128 und 2005, S. 144-145, Schloss, vgl. Zuche 1996, S, 130 u. Zuche 2005, S. 144-145, Torgau-Wald vgl. Zuche 1996, S. 128-130 u. Zuche 2005, S. 152-154 und über Hoevel vgl. Zuche 2005, S. 138-139.   [7] Vgl. Karl-Josef Hummel/Christoph Kösters (Hg.): Kirchen im Krieg 1939-1945. Paderborn u.a. 2007, darin S. 317-342 den Aufsatz von Dietmar Süss: Antagonistische Kooperationen. Katholische Kirche und nationalsozialistische Gesundheitspolitik. [8] Vgl. S. 32-33 den Abschnitt über die Verfolgung von „Christinnen und Christen“. Dort fehlen jegliche Hinweise auf die bisher immerhin 21 Stolpersteinverlegungen, die allein vor dem Katholischen Brüderkrankenhaus erstmals namentlich an die bisher unbekannte große ANzahl der 542 Krankenmordopfer der ehemaligen Psychiatrieabteilung erinnern.  

22.
Trier, den 16.03.16
Unterlassungs und Beseitigungsansprüche gegenüber der AGF:
Die Arbeitsgemeinschaft Frieden (AGF) wurde mit Datum vom 14.03.16 von unserem Anwalt schriftlich darüber in Kenntnis gesetz, dass der Kulturverein Kürenz e.V. zusammen mit über einem Dutzend Einzelpersonen - darunter Gunter Demnig sowie zahlreiche Opferangehörige - Urheberrechtsansprüche sowie Unterlassungs- und Beseitigungsansprüche bezüglich der zweiten Auflage der Broschüre "Stolpersteine erzählen" (2016) sowohl in Bezug auf Fotos als auch in Bezug auf Texte bzw. Quellenunterschlagungen geltend gemacht hat. Bezüglich der Stolperstein-APP hat PD Dr. Thomas Schnitzler zudem Ansprüche wegen des Verdachts der Verleumdung und Rufschädigung geltend gemacht.
Die Arbeitsgemeinschaft Frieden (AGF) wurde aufgefordert, den Vertrieb der Broschüre "Stolpersteine erzählen" unverzüglich einzustellen.
(16.03.16)

23.
Zur Dokumentation:

                                                                                                                    Trier, den 25.04.07   Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen des Fachbereichs Geschichte,   in Absprache mit Herrn Hügle soll am   Montag, den 14.05.07 in der Zeit von 9.30 Uhr bis 11.30 in der Aula des AVG ein Vortrag von Frau Marion Cassirer aus Kanada mit anschließender Diskussion der  Geschichtskurse der 12. Jahrgangsstufe und geladen Gästen der AGF (Frau Dr. Bühler) sowie über den TV informierten, interessierten Bürgern stattfinden.   Thema:  ‚Mein Leben in Trier, Flucht und Neuanfang in Amerika – Stolpersteine in Trier’     In Zusammenarbeit mit der AGF (Arbeitsgemeinschaft Frieden) und dem Kulturverein  (KVK) hatte die Oberstufe des AVG im vorigen Jahr die Patenschaft für drei Stolpersteine für die Familie Wolff übernommen. Unter der Leitung der ehemaligen Schülersprecherin Svenja Marschall wurden 285 Euro am AVG gesammelt. Im November 2006 hatte der Künstler Gunther Demnig sodann im Beisein der Oberstufe des AVG und einigen Kollegen/innen die Stolpersteine in der Fleischstraße verlegt.   Der Historiker PD Dr. Thomas Schnitzler vom Kulturverein Kürenz hatte vor Ort anhand von  biographischen Materialen einen kurzen Einblick in das Leben der Familie Kauffmann (dem Vater von Frau M. Cassirer und der Familie Wolff (der Tante von Frau Cassirer) gegeben.   Mittlerweile hat der Kulturverein Kürenz eine Homepage zu den Verlegungen von Stolpersteinen in Trier unter dem Titel: ‚Den Opfer ihren Namen geben’ veröffentlicht, auf der neben zahlreichen Informationen auch einzelne Opferbiographien zu finden sind.   www.stolpersteine.de   Marion Cassirer reist mit ihrer Familie an und will sich bei den Schülerinnen persönlich für ihr Engagement gegen das Vergessen des Unrechts während der Nationalsozialistischen Gewaltherrschaft, d.h. konkret für die Übernahme der Patenschaften, bedanken.   Sie wird ihren ca. halbstündigen Vortag in deutscher Sprache halten (ist aber dankbar, wenn ein Englischlehrer evt. einige Begriffe korrekt übersetzen könnte). Die Gelegenheit zu einem Gespräch mit ihr und den interessierten Bürger/innen sollte die 12. Jahrgangsstufe anschließend ergreifen. Um 11.30 Uhr geht eine Abordnung von Schülervertretern mit in die Fleischstraße und anschließend zur offiziellen Begrüßung der Familie Cassirer ins Rathaus mit anschließendem Essen. Den Besuch des jüdischen Friedhofs wird 10. Klasse Ethik mit mir begleiten.   Ich bitte Sie, die Veranstaltung wenn möglich im Unterricht vorzubereiten bzw. mit zu begleiten.   Mit freundlichen Grüßen J. Verbeek    

24.                                                                                                                Trier, den 25.04.07   An die Schülerinnen und Schüler der 12. Jahrgangsstufe,   in Absprache mit Herrn Hügle soll am   Montag, den 14.05.07 in der Zeit von 9.30 Uhr bis 11.30 in der Aula des AVG ein Vortrag von Frau Marion Cassirer aus Kanada mit anschließender Diskussion der  Geschichtskurse der 12. Jahrgangsstufe und geladen Gästen der AGF (z.B. Frau Dr. Bühler) sowie mit über den TV informierten, interessierten Bürgern Triers stattfinden.   Thema:  ‚Meine Familie in Trier, Flucht und Neuanfang in Amerika – Stolpersteine in Trier’     In Zusammenarbeit mit der AGF (Arbeitsgemeinschaft Frieden) und dem Kulturverein Kürenz  (KVK) hatte die Oberstufe des AVG im vorigen Jahr die Patenschaft für drei Stolpersteine im Gedenken an die Familie Wolff übernommen. Unter der Leitung der ehemaligen Schülersprecherin Svenja Marschall wurden 285 Euro am AVG gesammelt für die Herstellung der Stolpersteine. Im November 2006 hatte der Künstler Gunther Demnig sodann im Beisein der Oberstufe des AVG und einigen Kollegen/innen die Stolpersteine in der Fleischstraße verlegt.   Der Historiker PD Dr. Thomas Schnitzler vom Kulturverein Kürenz hatte vor Ort anhand von  biographischen Materialen einen kurzen Einblick in das Leben der Familie Kauffmann (dem Vater von Frau M. Cassirer und der Familie Wolff (der Tante von Frau Cassirer) gegeben. Mittlerweile hat der Kulturverein Kürenz eine Homepage zu den Verlegungen von Stolpersteinen in Trier unter dem Titel: ‚Den Opfer ihren Namen geben’ veröffentlicht, auf der neben zahlreichen Informationen auch einzelne Opferbiographien zu finden sind.   www.stolpersteine-trier.de   Marion Cassirer reist mit ihrer Familie (5 Personen) an und will sich bei den Schülerinnen persönlich für ihr Engagement gegen das Vergessen des Unrechts während der Nationalsozialistischen Gewaltherrschaft, d.h. konkret für die Übernahme der Patenschaften für die Familie ihrer Tante, bedanken.   Sie wird ihren ca. halbstündigen Vortag in deutscher Sprache halten (ist aber dankbar, wenn ein Englischlehrer evt. einige Begriffe korrekt übersetzen könnte). Die Gelegenheit zu einem Gespräch mit ihr und den interessierten Bürger/innen sollte die 12. Jahrgangsstufe anschließend ergreifen. Um 11.30 Uhr gehen die beiden SMV-Schülervertreter mit in die Fleischstraße und anschließend zur offiziellen Begrüßung der Familie Cassirer durch den neuen OB Herrn Jensen ins Rathaus mit anschließendem gemeinsamen Essen. Den Besuch des jüdischen Friedhofs am Nachmittag wird 10. Klasse Ethik mit mir um 15.30 Uhr begleiten.   Mit freundlichen Grüßen J. Verbeek   An die Schülerinnen und Schüler der 10. Klassen Ethik,   Für Montag, den 14.05.07 gilt folgendes:   wie schon besprochen, treffen wir uns um 15.15 Uhr am Hotel Deutscher Hof. (Das Hotel liegt an der Kreuzung Ende Neustraße/Anfang Saarstraße gegenüber der Tankstelle am Ring.) Das ist locker zu erreichen!   Um 15.30 Uhr beginnt die Führung auf dem alten jüdischen Friedhof mit Frau Dr. Bühler vom Emil-Frank-Institut aus Wittlich gemeinsam mit der Familie Cassirer und den anderen Gästen vom Kulturverein Kürenz, der Arbeitsgemeinschaft Frieden sowie Herrn Hügle daselbst, der uns mittags begleiten will.   Vollständigkeit wird selbstverständlich erwartet.   Mit freundlichen Grüßen J. Verbeek

25.
Dass die AGF oben freundlich erwähnt wird, ist der damals noch bestehenden  Kooperation geschuldet.
Beigetragen hat die AGF jedoch zum Gelingen dieser Veranstaltung nichts eigenes.
(Trier, den 18.04.16)

26.
Pressemeldung 

Kulturverein Kürenz e.V.                                                                                                                              Trier, den 02.09.16 

Betr.: Stolpersteinverlegung am Donnerstag, den 08.09.2016 in Trier 

Am 08. September 2016 wird der Künstler Gunter Demnig auf Einladung des Kulturvereins Kürenz e.V.  weitere Stolpersteine zum Gedenken an Opfer der NS-Gewaltherrschaft in Trier verlegen. Neue Forschungsergebnisse ermöglichen uns an drei Verlegeorten insgesamt 18 neue Opferschicksale zu gedenken.

Die Verlegungen Beginnen um 12.30 Uhr auf dem Bischof-Stein-Platz. Um ca. 13.00 Uhr werden neue Steine in der Peter-Freidhofen-Straße (Hintereingang Brüderkrankenhaus) verlegt. Und ab 13.45 Uhr in der Engelstraße (ehemaliger Eingang des Elisabethkrankenhauses. 

Interessierte Bürger/innen aus Trier und Umgebung sind herzlich eingeladen, an den Verlegungen teilzunehmen.

Auf dem Bischof-Stein-Platz vor dem Eingang des heutigen Diözesanmuseums, dem ehemaligen Zuchthaus in der Windstraße, wird ein weiterer Stein für einen so genannten „Nacht und Nebel-Häftling“, Maurice Gould, eingelassen. Das Zuchthaus war ab Beginn des Westfeldzuges 1941 eine der ersten Haftanstalten für die in Frankreich auf Grundlage des sog. „Nacht und Nebel-Erlasses“ festgenommen politischen Gefangenen. Über 1000 NS-Häftlinge gelangten von hier in weitere Haftanstalten oder Konzentrationslager. Bei Identifizierung weiterer Opfer könnten zukünftig noch mehr Gedenksteine diesen Verfolgungsort des Terrorregimes kenntlich machen.

An den beiden nächsten Verlegeorten werden insgesamt 17 weitere Stolpersteine zum Gedenken an Opferschicksale der Eugenik in die Bürgersteige der beiden Krankenhäuser – Barmherzige Brüder und ehemaliges Elisabethkrankenhaus - eingelassen.

In der Peter-Friedhofenstraße, dem Hintereingang des Brüderkrankenhauses, werden sechs weiteren Patienten der ehemaligen Psychiatrieabteilung gedacht. Die aus Forschungssicht neuen Erkenntnisse betreffen die ersten drei namhaftgemachten Überlebenden der organisierten Euthanasie, Matthias Dietz, Eduard Meyer und Theodor de Lasalle von Louisenthal. Der Letztgenannte prominente Baron war der letzte Nachfahre seines europaweit bekannten Adelsgeschlechts auf Schloss Dagstuhl. Durch unsere Studien konnte sein Zwangssterilisationsschicksal, das den Genealogen seiner Familie unbekannt gewesen ist und von seiner Familie verschwiegen wurde, aufgeklärt werden. In seinen Patientenakten fanden sich sehr bewegende Briefwechsel mit seiner Mutter aus der Zeit seiner Anstaltsverwahrung. 

Zudem können an diesem Verlegeort mit Josef Schmitz und Leo Wachsmann erstmals zwei jüdische Patienten der damals mit 541 Kranken belegten und komplett geräumten ehemaligen Psychiatrieabteilung des Brüderkrankenhauses benannt und gewürdigt werden.

Auch der dritten Station der diesjährigen Verlegung wird dieser Verfolgungsgruppe gedacht. Vor dem ehemaligen Elisabethkrankenhaus werden elf weitere Zwangssterilisationsopfer benannt werden. Drei Mädchen aus dem ehemaligen St. Josefheim in Föhren: Cäcilia Burggraf, Elisabeth Fassbender, Hildegard Hütten. Wir hoffen, dass durch unsere Verlegungen die Diskussionen in Föhren um eine eigene Gedenkstelle vor dem historischen Klostergebäude neu belebt werden.  Die übrigen acht Stolpersteine sind den Zwangssterilisationsopfern der Provinzial-Taubstummen-Lehranstalt (heute Wilhelm-Hubert-Cüppers-Schule Trier) gewidmet. Von den acht Benannten wurde Gertrud Lambert als erstes Opfer dieser Schule zwangssterilisiert. Sie verstarb laut Erinnerung eines Mitschülers aufgrund beständiger Krankheit schon drei Jahre nach der Operation.

Diese sechszehnte Verlegung in elf Jahren wird auch für uns zu einem ganz besonderen Ereignis! Unter den zahlreichen Gästen wird ein Überlebender der Zwangssterilisationen (Jg. 1920) der Provinzial-Taubstummen-Anstalt erwartet sowie zwei Kinder der damals am Elisabethkrankenhaus praktizierenden Ärzte, darunter der Sohn eines Operateurs.

Wir danken den Gehörlosenverbänden in Trier für ihre Unterstützung, insbesondere für die Begleitung eines Gebärdendolmetschers.

Der Kulturverein Kürenz e.V. arbeitet ehrenamtlich und allgemeinnützig. Fast alle Stolpersteine werden durch Patenschaften finanziert. Für die Anfertigung, Anfahrt und Verlegung eines Steines berechnet Gunter Demnig 125 Euro. Der Kulturverein Kürenz ist berechtigt Spendenquittungen auszustellen. Noch sind aber nicht alle Stolpersteine finanziert! Alle Bürger/innen, die sich durch Übernahme einer Patenschaft in dem Stolpersteinprojekt von Gunter Demnig mit engagieren möchten, bitten wir 125 € mit dem Stichwort „Patenschaft“ auf das Konto des Kulturvereins Kürenz e.V. überweisen:
Sparkasse Trier, IBAN: DE 69 5855 0130 0001 8073 12, BIC: TRISDE55. Vielen Dank!  


Mit freundlichen Grüße

Johannes Verbeek                                                    Thomas Schnitzler (    (1.  Vorsitzender des Kulturvereins Kürenz e.V.)             (Wissenschaftlicher Beirat)

(Trier, den 02.09.16)   


27.

Presseresonanz
Stolpersteinverlegung des Kulturvereins Kürenz e.V. am 08.09.16 zusammen mit dem Künstler Gunter Demnig:

1. Wir danken dem SWR für seine Vorabmeldung unserer Aktion.
2. Ein größerer Artikel ist mittlerweile auf trier-reporter.de erschienen: Weitere Stolpersteine für Trier. Vgl. auch den dortigen Hinweis auf das Spendenkonto des Kulturvereins Kürenz e.V. zur Übernahme von Stolpersteinpatenschaften.
3. Die Katholische Gehörlosengemeinde hat ebenfalls einen Bericht über die 16. Stolpersteinverlegung in Trier veröffentlicht: web.kgg-trier/Stolpersteine erinnern
4. Video- und Bilddokumentation der Ansprachen bei der Vergleung am 08.09.16 von Chritoph Maisenbacher (Trierer Umschau).
5. Der Kulturverein hatte seinerseits im Vorfeld sowie zur Verlegung am 08.09.16 auf dieser Homepage ausführlich berichtet (siehe weiter unten: Pressemittleilung sowie die Stellungnahme von Michael Schulzebeer vor Ort).
Wir danken allen recht herzlich, die zum Gelingen begrtragen haben und sich in diversen Schulpojekten um eine schülergerechte Aufarbeitung weiterhin bemühen.
(05.10.16)
Spalte 2


Kulturverein Kürenz e.V.

Die sechszehnte Verlegung von Stolpersteinen in Trier innerhalb von elf Jahren war auch für uns ein ganz besonderen Ereignis! Neben Gunter Demnig durften wir unter den zahlreichen Gästen auch Vertreter/innen der Gehörlosenverbände bzw. Mitgleider des Gehörlosensportverein Trier begrüßen. Zu einem unvergesslichen Ereignis wurde diese Verlegung aber durch die Anwesenheit eines Überlebenden (Jg. 1920) der Zwangssterilisationen der Provinzial-Taubstummen-Anstalt sowie durch zwei Kinder der damals am Elisabethkrankenhaus praktizierenden Ärzte, darunter der Sohn eines Operateurs. Die Begenung der beiden auf offener Straße war bewegend und durch die persönliche Ansprache von Herrn Schulzebeer von ergreifender Würde geprägt. - An dieser Stellle dürfen wir die Ansprache von Herrn Schulzebeer, dem Sohn eines der operierenden Ärzte am Elisabethkrankenhaus, veröffentlichen.
  
Michael Schulzebeer,
Schmilinskystr. 6a  20099 Hamburg, schulzebeer@online.de

Stolpersteinverlegung am 8.September 2016, Trier

Erklärung    

Vor 80 Jahren hat mein Vater an diesem Ort seinen Eid gebrochen und seine Macht als Arzt gegen die Menschen gerichtet, indem er sie gegen ihren Willen unter Zwang sterilisiert hat. Das war ein Verbrechen. Eines, das nicht bestraft oder gesühnt wurde. Er hat zwar die Annehmlichkeiten, die ihm durch die willfährige Bereitschaft zu derart unchristlichen Taten an diesem kirchlichen Krankenhaus zuteil wurden, nach dem Krieg verloren, ist aber durch Leugnen und Falschaussagen durch das recht weitmaschige Netz der Entnazifizierung geschlüpft.

Als Nachgeborener empfinde ich keine Schuldgefühle, wohl aber Scham. -  Ich kann mich nicht entschuldigen für meinen Vater. Ich kann  nur hoffen, dass mir das Mitgefühl für die Opfer von ihnen (Ihnen) abgenommen wird: Es tut mir Leid. - Ich mag dem keinerlei steigerndes Adjektiv zusetzen, das neben dem den Opfern zugefügten Leid nur anmaßend klänge.  - Fassungslos und beschämt stehe ich vor ihnen (Ihnen) und kann mir bis heute nicht wirklich erklären, wie mein eigener Vater, wie überhaupt ein Mensch - noch dazu ein gebildeter, feinsinniger - so etwas tun konnte.

Als ich von den Verbrechen meines Vaters erfuhr, war er schon Jahrzehnte tot, so dass der in mir aufkeimende Zorn keinen persönlichen Adressaten mehr treffen konnte und zu meinem eigenen Erstaunen auch nicht zu extremen Hassgefühlen führte. Es blieb allein die Scham, die  dann auch die Gesellschaft betraf, die Jahrzehnte gebraucht hat, alle Opfer der Naziherrschaft als solche zu sehen. Beschämend, dass es erst solch energischer Kämpfer bedurfte wie Herrn Henning, um ihnen Anerkennung und finanzielle "Wiedergutmachung" zu verschaffen. Ihnen gelten meine Hochachtung und mein Dank.

Dank möchte ich auch denen sagen, die sich gegen das Vergessen anstemmen, die forschen, erinnern, mahnen, anklagen. Nach 70 Jahren noch. Ich fühle mich ihnen verbunden, wenn ich mit "meiner" Geschichtswerkstatt in Hamburg-St.-Georg z.B. an dort verlegten Stolpersteinen das Leben und Leiden ermordeter Naziopfer über öffentliche Lesungen von Briefen und Dokumenten Revü passieren lassen und einem jungen Publikum ins Gedächtnis rufen kann. Alles im Vetrauen darauf, dass es hilft derlei Greuel in der Zukunft zu verhindern.

Ich hoffe, dass auch diese neuen Stolpersteine dazu beitragen.
Vielen Dank.
(12.09.16)

    28.
Kulturverein Kürenz e.V.

Leider hat die Arbeitsgemeinschaft Frieden (AGF) über ihren Anwalt Herrn Kreuter auf unseren Vorschlag zur Güte nach ca. zwei Monaten immer noch nicht geantwortet, trotz mehrmaliger nachfrage unseres Anwaltes. Vor diesem Hintergrund haben wir uns nun entschieden, aktuell auf die Ankündigung der AGF in der neuesten Ausgabe der Rathauszeitung vom 01.11.16, weitere „Rundgänge gegen das Vergessen“ am 09.11.16 zu veranstalten, unsere ausgearbeitete Korrekturliste zur zweiten Auflage der AGF-Broschüre „Stolpersteine erzählen“, an dieser Stelle zu veröffentlichen, die seit ca. zwei Monaten der AGF vorliegt.

Nach unserer begründeten Auffassung ist die neue AGF-Broschüre (2. Aufl. 2016) heillos mit Fehlern auf fast jeder Seite behaftet.

Wir haben uns daher die Mühe gemacht, unsere Korrekturen so zu gestalten, dass in einer ersten Spalte Bezug auf die jeweilige Seite der AGF-Broschüre (2. Aufl. 2016) genommen wird. Die zweite Spalte benennt die begangenen Fehler der AGF-Autoren, um sie dann in der folgenden, dritten, Spalte parallel zur Fehlerauflistung zu korrigieren. In der letzten, vierten Spalte (von links gelesen) haben wir jeweils kurze Begründungen angeführt, die die Gründe für die Notwendigkeit einer Korrektur auflisten. Der Leser ist somit in Lage, sich ein eigenes Bild über die inhaltliche Unmöglichkeit dieser 2. Aufl. der AGF-Broschüre zu bilden.

Den Abschluss unseres Vorschlages zur Güte, unsere Korrekturliste künftig an die Broschüre anzuheften, wenn die Broschüre weiterhin von der AGF (vor allem an Schulen!) verteilt werden soll – und nicht, was eigentlich nötig wäre, eingestampft werden sollte -, bildet eine Darstellung des Kulturvereins Kürenz e.V., dessen grundlegende Arbeit in der zweiten Auflage verschwiegen wird, obwohl wir in zehn Jahren 16 Stolpersteinverlegungen in Trier zusammen mit Gunter Demnig recherchiert, organisiert und durchgeführt haben, wovon die AGF-Broschüre in ihrer 2. Aufl. nicht einmal die „Verlegedaten“ der dort abgebildeten Stolpersteine anführt, weil der „Kulturverein Kürenz e.V.“ dann ja als Organisator dieser Gedenk-Ereignisse miterwähnt werden müsste.

Trier am 02.11.16, Dr. Johannes Verbeek
(1. Vorsitzender des Kulturvereins Kürenz e.V.)

I.  Korrekturliste des KVK zur 2. Aufl. der AGF-Broschür „Stolpersteine erzählen“

II. Darstellung des Kulturvereins Kürenz e.V.

(Verantwortlich für die Ausarbeitung der Korrekturen zeichnen PD Dr. Thomas Schnitzler und Dr. Johannes Verbeek.
Beide Darstellungen sollen an die Borschüre der AGF angeheftet werden, damit die 2. Ausgabe trotz ihrer starken Fehlerbehaftetheit weiter verteilt werden kann, was wir somit begrüßen. – Über die Wiederanschaltung der Stolperstein-APP, die ebenso Fehlerbelastet ist, muss noch eigens gesprochen werden.)
(02.11.16)

29.
Gedenken an die Opfer der Zwangssterilisationen – Stolpersteine in der Engelstraße

Seit Mittwoch, den 14.12.16, erinnern insgesamt achtzehn Stolpersteine an die im Evangelischen Elisabethkrankenhaus in der NS-Zeit operierten Zwangssterilisationsopfer. Mit Unterstützung des Straßenbauamtes wurden vier weitere Steine in den Gehweg eingelassen, die der Kölner Projektschöpfer Gunter Demnig bei seinem letzten Trier-Besuch am 8. September nicht verlegt hatte, da ein beschädigter PKW die Stelle blockierte.
Durch die Kooperation des Kulturvereins Kürenz mit der Wilhelm-Hubert-Cüppers-Schule Trier konnten acht Schüler der ehemaligen Provinzialtaubstummen-Anstalt Trier, der Vorgängereinrichtung der WHC-Schule, als Zwangssterilisationsopfer identifiziert werden.
Der Förderverein der WHC-Schule und der Gehörlosen-Sportverein Trier unterstützten die Gedenkaktion durch Übernahme von Stolpersteinpatenschaften. Aus gegebenem Anlass forscht eine Projektklasse an der WHC-Schule unter Leitung von Dieter Reitemeyer über die Lebensschicksale der Zwangssterilisierten.
 Zum Kennenlernen des Gedenkprojektes besichtigten Thomas Frank und Christoph Colmetsch in Begleitung von Herrn Reitemeyer und Frau Ulrike Moog, Direktorin der WHC-Schule, die Stolpersteine. Den aktuellen Forschungsstand erläuterte Dr. Thomas Schnitzler vom Kulturverein Kürenz.
(15.12.16) 

30.
  Stellungnahme zur Überarbeitung der AGF-Broschüre, Brief vom 16.12.16

Die Überarbeitung der AGF-Broschüre „Stolpersteine erzählen“ in der 2. Aufl. von 2015 ist auch nach ihrer Überarbeitung durch die AGF völlig unzureichend. In einem Schreiben vom 16.12.2016 wurde uns die Überarbeitung mitgeteilt, verbunden mit der Übergabe eines Belegexemplars.

Es wurden von der AGF zahlreiche Bilder überklebt und mit der Bemerkung versehen, dass „dieses Foto aus Rücksicht auf die Überlebenden Angehörigen nicht gezeigt werden soll“ (Ebd., z.B. S. 47). Tatsächlich liegt aber dem Kulturverein Kürenz e.V. ein Unterlassungsanspruch der Opferangehörigen gegenüber der AGF vor. Diesen Anspruch soll und wird der Kulturverein gegenüber der AGF durchsetzen, weil die Opferangehörigen nur dem Kulturverein Kürenz e.V. die Verwendungsrechte überschrieben haben, wogegen die AGF in der 2. Auflage ihrer Broschüre verstoßen hat und weiterhin verstößt, was wir ja bemängeln.

Insgesamt hat die AGF auf neuen Seiten der 2. Aufl. Korrekturen vorgenommen, sowie eine ganze Seite mit Korrekturhinweisen am Ende der Broschüre eingeklebt. Auf weiteren zwei Seiten hat sie längere Textpassagen überklebt und neu formuliert.

Zudem wurde ein Nebensatz bezüglich einer falschen Angabe der Zielbeschreibung des Projektes von Gunter Demnig geschwärzt, zu dessen Durchsetzung er den Kulturverein Kürenz e.V. ausdrücklich autorisiert hat. –

Eine zweite Unterlassung, die uns von Gunter Demnig vorliegt, um gegenüber der AGF durchgesetzt zu werden, wurde von der AGF nicht umgesetzt und weiterhin ignoriert. Hierbei handelt es um eine Ungleichbehandlung der in dem Projekt von Gunter Demnig durch eigene Stolpersteine gewürdigten NS-Opfer. Tatsächlich ignoriert die AGF in ihrer Broschüre aber die in Trier zum Gedenken der Zwangssterilisationsopfer und Überlebenden der Judenverfolgung. Sie tut dies auch in ihrer überarbeiteten Fassung, was nicht hinnehmbar ist.   

Daher bleibt die Stolpersteinbroschüre der AGF auch nach diesem bescheidenen Korrekturversuch völlig unzureichend!

Es wurde vor allem ein weiterer Unterlassungsanspruch der Familie Altmann, der uns schriftlich vorliegt und uns autorisiert, völlig ignoriert. Die Rechte an dem letzten erhaltenen Gruppenfoto der Familie des ehemaligen Oberrabbiners Dr. Altmann wurden dem Kulturverein Kürenz von den Angehörigen der Familie Yardeni überschrieben.  Und dennoch verwendet die AGF-Broschüre dieses Bild nach wie vor nicht nur ohne jeden Hinweis darauf, sondern in der Broschüre wurde dieses Familienfoto zudem zerstückelt und an verschieden Stellen jeweils durch einen bloßen Bildausschnitt fälschlich als verschiedene Portraitfotos der Familienmitglieder ausgegeben. Dieses unsägliche Vorgehen der AGF wurde weder eigenstanden noch korrigiert.  

Desweitern werden nach wie vor Bildernachweise falsch zugeordnet und nicht als Besitz des Kulturvereins Kürenz ausgewiesen, die in der 1. Aufl. noch unter dem Bildnachweis „Kulturverein Kürenz“ geführt worden waren. Eine Korrektur diesbezüglich blieb weiterhin aus.

Die Autorenschaft verschiedener Schülergruppen vom AVG und MPG, die erstmals Biographien recherchiert und die Opfer während des „Verlegeereignisses“ gewürdigt hatten, wird nach wie vor verschwiegen. Stattdessen werden Autoren der AGF genannt, ohne Quellenhinweise auf die entscheidenden Vorarbeiten des Kulturvereins und der Schülergruppen sowie auf den Historiker PD Dr. Thomas Schnitzler. Formulierungen und Textpassagen aus den Würdigungen der Schüler/innen vor Ort wurden von der AGF unausgewiesen übernommen und bisher nicht korrigiert oder mit einer entsprechenden Quellenangabe versehen. Dies gilt vor allem auch bezüglich der Stolperstein-App.

Nicht zuletzt wird die gesamte organisatorische Vorarbeit des Kulturvereins Kürenz e.V. bei allen Stolpersteinverlegungen in der AGF-Broschüre verschwiegen. Selbst unsere umfangreichen Korrekturen, die wir den Autoren der AGF zukommen gelassen haben, wurden entweder ignoriert oder da, wo sie übernommen wurden (siehe oben), nicht mit einem dankbaren Hinweis auf den Kulturverein Kürenz e.V. versehen. Die Autoren der AGF täuschen somit in der überarbeiteten Broschüre vor, als hätten sie die Korrekturen aus eigener Erkenntnis vorgenommen, indem sie die Hinweise des Kulturvereins Kürenz e.V. zum zweiten Mal ignorieren und in keinster Weise zum Anlass einer eigenständigen Würdigung nehmen.

Genau dies war aber schon der Hauptkritikvorwurf bezüglich des Erscheinens der 1. Auflage der Stolpersteinbroschüre im Jahre 2008. Auch in der 1. Aufl. der Borschüre wurde die Vorarbeit des Kulturvereins Kürenz nicht angemessen gewürdigt, was wir schon damals bemängelten. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Vor diesem Hintergrund werden wir weitergehende Schritte veranlassen.
(20.01.17)

31
Neuerscheinung:

Das "Jahrbuch für westdeutsche Landesgeschichte" (42. Jahrgang, 2016), hat unter dem Titel: "Zehn Jahre Stolpersteine. Die Realisierung des innovativen Gedenkprojektes des Künstlers Gunther Demnig 2005 - 2015 in Trier", (S. 747-776) einen Aufsatz veröffentlicht, der eine zusammenfassende Kurzversion unseres Jubiläumsvortags vom 24.04.2015 in der Volkshochschule Trier ist.

Die Autoren sind Dr. Johannes Verbeek und  PD Dr. Thomas Schnitzler geben einen Überblick über die Anfänge der Stolpersteinverlegungen in Trier durch den Kulturverein Kürenz e.V. bis zur Gegenwart, verbunden mit einzelnen Schwerpunktsetzungen sowohl in der Forschung- und Opferbiographiearbeit in Trier und im Umland als auch über die Begleitung des Gedenkens durch Projektklassen in verschiedenen Schulen Triers.

Ein Ausblick eröffent die mittlerweile zweijährige Zusammenarbeit mit der AG "Bund der Euthanasie-Geschädigten und Zwangssterilisierten" auf deren Homepage eine ausführliche Darstellung dieser Opferschicksale für das Jahr 2017 vorgestehen ist.    
(30.01.2017)

32
Neue Homepage mit 30 Biographien zu Euthanasieopfern in Trier

In Zusammenarbeit mit der "AG Bund der "Euthanasie"-Geschädigten und Zwangssterilisierten" (AG BEG) hat der Kulturverein Kürenz e.V. ein Projekt realisiert, das der Historiker und Wissenschaftliche Beirat im Vorstand des Kulturvereins Kürenz, Herr PD Dr. Thomas Schnitzler, ausgearbeitet hat.

30 Opferbiographien umfasst das Register der neuen Homepage, wovon drei Biographien aufgrund von Veröffentlichungsrechten erst kommenden Jahr auf dieser Homepage online gestellt werden können. Alle anderen sind jedoch mit einer Abbildung des verlegten Stolpersteins in Trier sowie mit den entsprechen Akten und ggf. mit weiteren Fotos und Stellungnahmen von Opferangehörigen sofort einsehbar.
Ein Vorwort, das ich als Vorsitzender des Kulturvereins Kürenz zusammen mit Dr. Schnitzler verfasst habe, erläutert die aktuelle Situation sowie die historischen Hintergründe in Trier, die zu den entsprechenden Verlegungen der Stolpersteine Anlass gegeben haben und als Beitrag zu einer dezentralen Erinnerungskultur mit dem Künstler und Initiator der Stolpersteine Gunther Demnig verstanden werden sollen.

Unsere Veröffentlichung dürfte in der Bundesrepublik bisher einmalig sein und untermauert den hohen wissenschaftlichen Anspruch sowohl der AG BEG als auch des Kulturvereins Kürenz e.V.
Wir danken insbesondere Frau M. Hamm von der AG BEG über eine konstruktive Zusammenarbeit über mittlerweile schon drei Jahre hinweg.

Das obige Projekt gilt als Referenz für eine weitere Ausarbeitung von Opferbiographien, die der Kulturverein Kürenz e.V. derzeit in Zusammenarbeit mit der "Gerda-Henkel-Stiftung" in Düsseldorf zur Zwangssterilisation ehemaliger Schüler/innen der Taubstummenanstalt und heutigen "Wilhelm-Hubert-Cüppers-Schule" in Trier realisiert.
(vgl. dazu weiter unten auf dieser Seite den Bericht vom 28.04.17 sowie vom 02.04.17)

Trier, den 30.08.17 
Dr. Johannes Verbeek
(1. Vorsitzender des Kulturvereins Kürenz e.V.)

33

Kommentar zur Stellungnahme der AGF zum TV-Artikel vom 06.07.17

Wie dem Kulturverein Kürenz (KVK) erst jetzt durch Zufall bekannt wurde, hat die Arbeitsgemeinschaft Frieden (AGF) eine Woche nach Erscheinen des Artikels im Trierischen Volksfreund (TV) „Neuauflage des Trierer Stolperstein-Buches bringt keine Versöhnung“ (TV, 06.07.17) eine Stellungnahme auf ihrer Homepage veröffentlicht, die den AGF eigenen Titel trägt: „Neuauflage ‘Stolpersteine erzählen‘ hält einer sachlichen wie einer rechtlichen Prüfung in jeder Hinsicht stand“ (AGF, Homepage, 12.07.17)
Diese Stellungnahme der AGF ist durch fünf Zitate aus dem Artikel des TV gegliedert, die zu Beginn eines jeden Abschnittes wörtlich wiedergegeben werden, und danach durch den „Arbeitskreis Trier im Nationalsozialismus der Arbeitsgemeinschaft Frieden e.V.“ kommentiert werden.

[WEITER] zum Gegen-Kommentar des Kulturvereins Kürenz e.V.
[der Text ist unter dem Button "apo 2017" verlinkt mit dem Datum vom 10.09.17]
Trier, den 10.09.17

34

Kulturverein Kürenz e.V. trifft Gunter Demnig in Köln

Flyer zur Ausstellungseröffnung am 15.09.17 in Köln. Bericht erfolgt später.
[weiter]
(16.09.17)

Bericht zur Eröffnung der Stolpersteinausstellung in Köln
[weiter]
(23.09.17

[die entsprechenden Links sind auf dieser Homepage unter dem Button "APO TR 20117" unter dem jeweiligen Datum abrufbar!]

35
Jüdisches Trier

Die Wanderausstellung der jüdischen Gemeinde Trier ist derzeit im Max-Planck-Gymnasium in Trier zu sehen, nachdem sie zuvor schon in der VHS-Trier und in der Synagoge gezeigt wurde.

Für den Kulturverein Kürenz ist eine Tafel besonders wichtig, die das heutige jüdische Leben in Trier betrifft. Auf dieser Tafel werden die Kooperationspartner der jüdischen Gemeinde vorgestellt, zu denen auch die Landes-Arbeitsgemeinschaft-Gedenken RLP gehört, bei der der Kulturverein Kürenz seit Anfang des Jahres aktives Mitglied ist. Unter drei Bildern, die die "Stolperstein-Aktion" in Trier darstellten steht folgender Kommentar:

"Die AGF bietet verschiedene Führungen zu den Themen Judentum und Nationalsozialismus in Trier an. Diese führen auch zu den verlegten "Stolpersteinen", ein Gedenkprojekt, welches vom Kulturverein Kürenz zusammen mit der AGF nach Trier geholt wurde, und das in manchen jüdischen Gemeinden bis heute nicht ganz unumstritten ist. Immer wieder befasst sich auch die AGF mit der Täterseite der deutschen Geschichte, was von der Jüdischen Gemeinde natürlich begrüßt wird." (ebd.)

Ohne den Kulturverein Kürenz gäbe es die "dezentrale Gedenkkultur" des Künstlers Gunter Demnig in Trier nicht. Der Kultruverein Kürenz vereinbarte 2004 mit dem damaligen Oberbürgermeinster von Trier und der Jüdischen Gemeinde die sog. "Trierer Lösung" für die Stolpersteinaktion, die mittlerweile als lebendige, "soziale Skulptur" bundesweit und im angrenzenden europäischen Ausland aufgefasst wird.
 
Die Wanderausstellung ist sehr zu empfehlen, bietet sie doch einen Einblick in die historischen Entwicklung der Jüdischen Gemeinde von den Anfängen über die Verfolgungs- und Vernichtungszeit des Nationalsozialismus der Hitlerzeit, dem schwierigen Neuanfang nach 1945 sowie über die Zeit des Zuzugs, vor allem russischer Spätaussiedler, bis zum lebendigen Gemeindeleben der heutigen Zeit und den Kooperationen mit anderen Glaubensgemeinschaften und Initiativen.
(Trier, den31.10.17)   

36
Kulturverein Kürenz e.V.
Einladung/Presseerklärung des Kulturvereins Kürenz
zur 16. Stolpersteinverlegung am 6. November 2017
in Trier und Ehrang

Zum Einladungstext, zur Zeitplanung und den Verlegeorten [
weiter]
(19.10.17)


37.
Der Kulturverein Kürenz e.V.


Wir haben derzeit 64 Mitgleider. - Zum Vostand gehören:
- PD Dr. Thomas Schnitzler als wissenschaftlicher Beirat
- Peter Maximini als Schriftführer
- Eva Schmitt als Kassenwärtin
- Monja N. als 2. Vorsitzende
- Dr. Johannes Verbeek als 1. Vorsitzender

Die Vereinsadresse lautet:

Kulturverein Kürenz. e.V.
z.Hd. Dr. Johannes Verbeek
Avelsbacher Straße 31
54295 Trier

Spenden und Patenschaften für Stolpersteine (pro Stein 125 €) sind durchaus willkommen. Spendenquittungen werden auf Wunsch selbstverständlich ausgestellt.

(19.11.17)

Stolpersteinbuch erschienen

Der Historiker Dr. Hans Hesse hat ein umfassendes Buch mit dem Titel „Stolpersteine. Idee. Künstler. Geschichte. Wirkung“ herausgebracht. Es ist im Klartext-Verlag in Essen 2017 erschienen. Der Autor stellt die Entstehung des Stolperstein-Projektes von Gunter Demnig von den Anfängen bis zur Gegenwart mit allen anfänglichen Widerständen und verschiedenen Gegenargumentation dar. Er setzt sich intensiv mit der Künstlerbiographie von Gunter Demnig auseinander und stellt dessen Werk und Werdegang eingebettet in verschiedene exemplarisch dargestellte Initiativgruppen vor Ort vor. Als Mitglied des Kuratoriums der „Stiftung – Spuren – Gunter demnig“ ist er bestens in die Organisation des Stolpersteinprojektes integriert.

Seit dem 2005 hat Gunter Deming auf Einladung des Kulturvereins Kürenz e.V. fortlaufend bei nunmehr 16 Verlegungen Stolpersteine auch Trier und Umgebung verlegt. Der Kulturverein steht in engem Kontakt mit dem Stolperstein-Team von Gunther Demnig, das die Verlegungen reibungslos organisiert und koordiniert. Umso erfreulicher ist es aus Sicht des Kulturvereins Kürenz e.V., dass sich der Autor Dr. Hans Hesse in seinem neunen Buch nicht scheut, sich eindeutig und unmissverständlich auf Seiten des Kulturvereins Kürenz e.V. zu positionieren. Schon bei unsrem letzten Besuch in Köln teilte er uns mündlich mit, dass die 2. Aufl. der AGF-Broschüre „Stolpersteine erzählen“ aus dem Jahre 2016 völlig unmöglich (!) und projektschädigend (sic!) sei, weil nach wie vor falsche Aussagen und Darstellungen in der Broschüre (auch noch nach der halbherzigen Korrektur (!) durch die AGF) zum Besten gegeben werden. In einer Anmerkung bringt Dr. Hesse den Umstand auf den Punkt, indem er aus der Broschüre der AGF folgendes zitiert:

 „Ähnlicher Fehler auch in: Arbeitsgemeinschaft Frieden e.V. Trier (Hg.), Stolpersteine erzählen. Ein Wegbegleiter zu den Mahnmalen für Nazi-Opfer auf den Bürgersteigen der Stadt Trier 2008, 2016 (2. Aufl.), S.16:
>> Dass Demnig seit einigen Jahren nicht nur für die Toten, sondern auch für die Überlebenden der nationalsozialistischen Verfolgungspolitik und sogar für deren (sic!) nichtverfolgte Nachkommen Steine verlegt, wird von einigen Stolpersteininitiativen kritisch gesehen. Sie befürchten eine Inflationierung des Gedenkens, während Demnig darin eine Art ‚Familienzusammenführung‘ sieht.<<“
(zitiert nach Hans Hesse: siehe oben, ebd. S. 502).

Dieses Zitat aus der AGF-Broschüre ist völliger Quatsch! Es verdreht die Tatsachen gleich in mehrerer Weise:
1. Keinesfalls werden „Stolpersteine“ zum Gedenken „für Überlebende der nationalsozialistischen Verfolgungspolitik“ (ebd.) – wie die AGF schreibt – verlegt, da zu diesen auch unbelehrbare NS-Tat- und Gedankengänger gehören. Wenn die AGF ihren Satz sodann mit dem Demonstrativpronomen „deren“ fortsetzt: „… sogar für deren (sic!) nichtverfolgte Nachkommen“ (ebd.), dann ist die sprachliche Irreführung komplett: Denn der Satz suggeriert nun, dass Gunter Demnig für Überlebende Nazis und deren (sic!) „nichtverfolgte Nachkommen“ (ebd.) Stolpersteine zum Gedenken verlegen würde. - So verstanden wäre dies freilich eine völlige Pervertierung des Projektgedankens!
 
Dagegen verwehrt sich nicht nur Gunter Demnig mit einem von ihm formulierten Unterlassungsanspruch, den der Kulturverein Kürenz durch unseren Rechtsanwalt schon im Jahr 2016 dem Anwalt der Gegenseite der AGF zukommen gelassen hat, sondern auch der Kulturverein Kürenz selbst, der im gleichen Jahr eine umfassende, 25-seitige Korrekturliste, in der die inhaltlichen Verfehlungen der AGF-Broschüre nicht nur aufgeführt werden, sondern auch konkrete Vorschläge für deren Verbesserung gemacht werden, dem Anwalt der AGF übersandt hat. (Vgl. dazu auf dieser Homepage unter „Forschungen KVK“ die gesamte Liste.)

Die AGF bediente sich zwar daraufhin einiger dieser Vorschläge, jedoch wiederum nur so, dass keinerlei Hinweise auf die Herkunft dieser (plötzlichen) Einsichten in der überarbeiteten Broschüre gemacht wurden. Es ‚scheint‘ daher immer noch so, dass die AGF aus eigener Einsicht zu diesen Verbesserungen gekommen sei – was allerdings falsch ist. 2. Es gibt keine „Inflationierung des Gedenkens“ (ebd.), wie aber die AGF-Broschüre mit ihrer Formulierung fälschlicher Weise suggeriert. Hans Hesse befasst sich mit dieser Unterstellung in seinem Buch in einem eigenen Unterpunkt, um sie ausführlich zu widerlegen und sie schlussendlich als projektschädigend darzustellen. Seine Argumente bezieht er zugleich auf mehrere Orte in Deutschland, insbesondere auch auf Zeitungsberichte aus Villigen-Schwennigen. Hier hatte ein NPD Stadtrat „Mitglieder der Wehrmacht“ (Hesse: ebd., S. 343) mit „der Lebensleistung […] überlebender NS-Opfer“ (ebd.) verglichen, weil Günther Demnig für letztere (!) Stolpersteine gesetzt hatte. Hesse kommentiert nun:

„Dies als ein ‚inflationäres‘ Gedenken zu geißeln und es zudem mit „Mitglieder(n) der Wehrmacht und ihre(r) Familien“, die „schlimme Zeiten erlebt (sic!)“ haben, zu vergleichen, ist eine Verharmlosung des Nationalsozialismus und stellt eine ungeheure Respektlosigkeit gegenüber den NS-Opfern dar, egal, ob überlebt oder ermordet“ (Hesse, ebd.,S. 343).
 
Dieser Kommentar bedarf keiner Hinzufügung. Er wird auch vom Kulturverein Kürenz e.V. geteilt, weshalb die oben zitierte Formulierung aus AGF-Broschüre in Trier von uns auf das schärfste kritisiert wurde (vgl. Korrekturen).

3. Nicht weniger peinlich als diese Formulierungen aus der AGF-Broschüre gestalten sich die zahlreichen Überklebungen von Opferfotos in der korrigierten Version der 2. Auflage der Stolperstein-Broschüre.  Zu Recht lässt sich gegenüber der AGF fragen, wenn sie in der Korrektur (!) schreibt, man habe aus „Respekt vor den Opfern“ die Fotographien überklebt, weshalb sie die Portraitfotos überhaupt in die unkorrigierte 2. Aufl. der Broschüre übernommen habe? Es macht ja wenig Sinn, zuerst die Kennkartenbilder abzudrucken und dann zu behaupten, man habe sie aus Respekt vor den Opfern im Nachhinein überklebt – also mangelte es schlussendlich zunächst sehr wohl an Respekt, wie jeder erkennt, der sich die AGF-Broschüre unvoreingenommen ansieht, wie es auch Hans Hesse getan hat.

Bei unserem Treffen in Köln anlässlich der Eröffnung der Stolpersteinausstellung im Kunstmuseum am 15.09.17 sprach uns Dr. Hesse ausdrücklich auf diesen „projektschädlichen“ Umstand der AGF-Broschüre Trier an und meinte, dies sei ein gutes „Negativbeispiel“ bei der Dokumentation des Stolpersteinprojektes durch Initiativen vor Ort, die das Projekt bis heute offensichtlich nicht verstanden hätten.  – Leider muss man hinzufügen!

Die AGF-Broschüre  - vor allem in der Version der 2. Auflage von 2016 - gehört schlicht und einfach eingestampft, bevor sie an Schulen ausgeteilte werden soll, um Schüler/innen die Gedenk- und Erinnerungsarbeit für die Opfer der NS-Gewaltherrschaft zu unterweisen. Genau dies leistet die Broschüre aus den oben genannten Gründen unter anderem nicht.

Die umfassende Darstellung des Stolperstein-Projektes von Gunter Demnig durch den Historiker Dr. Hans Hesse aus Köln sei demgegenüber ausdrücklich als lesenswert empfohlen!
(29.11.17)           

Einladung/Presserklärung des Kulturvereins Kürenz
zur 17. Stolpersteinverlegung am 30. Oktober 2018
  

Der Kulturverein lädt alle Interessierten hiermit ein zur 17. Stolpersteinverlegung am Dienstag, den 30. Oktober 2018. Gunter Demnig wird abermals persönlich nach Trier kommen, um insgesamt 13 weitere Stolpersteine und einen „Kopfstein“ zu verlegen.   Die inhaltlichen Vorbereitungen wurden wie seit Projektbeginn von dem Kulturverein Kürenz durch PD Dr. Thomas Schnitzler durchgeführt; insbesondere die Biografie-Forschungen und deren Umsetzung bei der Betextung der Stolpersteininschriften, jeweils in Rücksprache mit Gunter Demnig (bzw. mit Jürgen Wenke, s.u.). Erneut hilfreiche Unterstützungen leistete das Straßenbauamt bei den technischen Vorarbeiten (Lochaushub, Absicherung etc.).  

Über den zeitlichen Ablauf an den einzelnen Stationen – Zurlaubener (neue Trasse oberhalb des alten Gehweges), Krahnenstraße und Engelstraße - informiert der anhängende Zeitplan.

In der Krahnenstraße markiert ein sogenannter „Kopfstein“ das im „Helenenhaus“ dereinst befindliche „Internat für Taubstumme“ als besonderen Verfolgungsort zwangssterilisierter NS-Opfer.   Der am Zurlaubener Uferweg verlegte Stolpersteine ist Damian Reis gewidmet, einem weiteren Opfer der Verfolgungen nach § 175. Wie bereits bei den Gebrüdern Salomon (Verlegung v. 6.11.2017, Hohenzollernstr.) erbrachte Günter Wenke vom Verein Rosa Strippe e.V. (Bochum) die historischen Forschungen. Die Verlegung oberhalb des historischen Gehweges auf den neuen Uferweg erfolgte in Berücksichtigung der erhöhten Fußgängerfrequenz dort.

Die 10 Stolpersteine vor dem „Helenenhaus“ sind weiteren der insgesamt 84 Zwangssterilisationsopfern gewidmet, deren Biografien Dr. Schnitzler im Rahmen des abgeschlossenen Förderprojektes mit Unterstützung der Gerda Henkel Stiftung erforscht hat (TV-Bericht 4.-5. November 2017). In seiner demnächst vorgelegten Publikation wird die Bedeutung des „Taubstummen“-Internats als besonderer Verfolgungsort „erbkrankheitsverdächtiger“ Gehörloser erläutert. Auf der Inschrift des erwähnten Kopfsteines ist diese Funktion auch für nachfolgend geplante Stolpersteinverlegungen ausgewiesen.

Die Patenschaften für diese ersten 10 Stolpersteine wurden von der Stiftung der Vereinigten Hospitien übernommen. Wir danken Herrn Oberbürgermeister Wolfram Leibe und Herrn Dr. Schnabel für die freundliche und engagierte Unterstützung bei der Umsetzung dieser Gedenksteine für die gehörlosen, zwangssterilisierten Opfer.  

In der Engelstraße werden zwei weitere Stolpersteine z. Gedenken an die im Evangelischen Elisabethkrankenhaus zwangssterilisierten NS-Opfer verlegt. Die Forschung über das aus Orenhofen stammende Ehepaar Katharina Breier und Peter Breier unterstützte abermals der Heimathistoriker Robert Reuter. Herr Reuter erklärte sich auch bereit zur Übernahme der beiden Patenschaften und wird - wie Herr Wenke - zur Verlegung anreisen und über seine Nachforschungen, insbesondere über Katharina Breier zu berichten.  

30.10.2018 Terminplan der Stolpersteinverlegung in Trier

Ca. Uhrzeit      Straße                              Widmung

14.30 Uhr
     Zurlaubener Ufer 89        Damian Reis
15 Uhr           Krahnenstr. 49-52          Karl Altmeyer   s.o.
                                                      Bernhard Conrad   s.o.
                                                      Jakob Wilhelm Conrad   s.o.
                                                      Andreas Juchem   s.o.
                                                      Maria Juchem   s.o.
                                                      Maria Helene Jacoby   s.o.
                                                      Katharina Perings   s.o.
                                                      Adolf Thiel   s.o.
                                                      Maria Winter   s.o.
                                                      Otto Winter
15.45 Uhr      Engelstr. 15/17              Katharina Breier   s.o.
                                                      Peter Breier s.o.

(22.10.18)

Buchpublikation
Die weiter oben angekündigte Studie, von der Gerda-Henkel-Stiftung und dem Kulturverein Kürenz gefördert, ist zu Beginn des Jahres 2019 druch den Historiker und wissenschaftlichen Beirat im Vorstand des Kulturvereins, PD Dr. Thomas Schnitzer, fertiggestellt worden.
Der komplette Arbeitstitel des Forschungsprojektes lautet:
Die Zwangssterilisationsopfer der Provinzialtaubstummen-Anstalt Trier – Aufarbeitung von Einzelschicksalen und die Durchsetzung des NS-Eugenik gegen Gehörlose im Einflussbereich der von ihnen besuchten Sonderschuleinrichtung(en). Mit Berücksichtigung der Entschädigungs- und Wiedergutmachungsproblematik in der Bundesrepublik.
Anbei ein erster Blick auf den Buchdeckel. [weiter]

In nächster Zukunft geben wir einen Termin zur Buchvostellung bekannt.
18.01.19

Einladung zum Vortag

Am 10.04.2019 läd der Kulturverein Kürenz zu einem Vortrag von PD Dr. Thomas Schnitzler um 19.00 Uhr in das Gasthaus Ternes (TR-Kürenz) ein.

Thematisiert werden Ergebnisse der ersten, umfassensten und bis dato publizierten Studie zu den Zwangssterilisationsopfern der Trierer Taubstummenanstalt.


Buchpublikation:
Die oben erwähnte Studie, die zusammen von der Gerda-Henkel-Stiftung und dem Kulturverein Kürenz gefördert wurde, konnte Ende des Jahres 2018 fertig gestellt werden und zu Beginn des Jahres 2019 druch den Historiker und wissenschaftlichen Beirat im Vorstand des Kulturvereins, PD Dr. Thomas Schnitzer, publiziert werden.

Der komplette Arbeitstitel des Forschungsprojektes lautet:
Die Zwangssterilisationsopfer der Provinzialtaubstummen-Anstalt Trier – Aufarbeitung von Einzelschicksalen und die Durchsetzung des NS-Eugenik gegen Gehörlose im Einflussbereich der von ihnen besuchten Sonderschuleinrichtung(en). Mit Berücksichtigung der Entschädigungs- und Wiedergutmachungsproblematik in der Bundesrepublik.

Anbei ein erster Blick auf den Buchdeckel. [weiter]

Herausgegeben vom Kulturverein Kürenz:
Historische Forschungen zur Gedenkarbeit, Bd.1,
Autor: Thomas Schnitzler, Bautz-Verlag, Nordhausen, 2018,
ISBN 978-3-95948-407-7


Vergleiche auch die Opferbiographien-Liste des Kulturvereins Kürenz, die auf der Homepage der AGBEZ (Bund Arbeitsgemeinschaft der Euthanasiegeschädigten und Zwangssterilisierten) publiziert wurde.

Die Veranstaltung findet darüber hinaus in Kooperation mit der Jenny-Marx-Gesellschaft Trier statt.
Wir freuen uns über zahlreiche, interessierte Zuhörer/innen.
24.03.19


Stolpersteinverlegung 2019 in Trier

Der Kulturverein Kürenz e.V. lädt alle interessierten Bürger/innen zu der diesjährigen Stolpersteinverlegung zusammen mit dem Künstler Gunther Demnig und der Projektgruppe des Max-Planck-Gymnasium (MPG) in Trier ein.

Am Donnerstag, den  27.06.2019, wird Gunther Demnig ab 12.30 vor dem Haupteingang des Max-Planck-Gymnasium (MPG) in der Sichelstraße 21 neue Stolpersteine für die Opfer des Nationalsozialismus und ehemaligen Mitschülern des MPG bzw. seiner Vorgängerschule, dem Kaiser-Wilhelm-Gymnasium verlegen.

Die Opferbiographien wurden von Schüler*innen einer Projektgruppe um die Lehrer*in Katharina Dölle-Klüsche und Jens Kornmüller recherchiert und für die Würdigungsfeier entsprechend auf- und vorbereitet. Dr. Thomas Schnitzler nahm Kontakte mit überlebenden Anverwandten in Deutschland und Israel auf. Wir danken schließlich auch dem Bauamt Trier, das den Lochaushub vernehmen wird, für die langjährige und gute Zusammenarbeit.  

Schulintern wird schon ab 11.00 Uhr in der Aula des MPG eine allgemeine Würdigung der ehemaligen Schüler erfolgen, zu der zahlreiche geladene Gäste erwartet werden – u.a. auch der Oberbürgermeister der Stadt Trier, Herr Wolfram Leibe.

Verlegungen im Jahr 2020

Für das kommende Jahr hat der Kulturverein Kürenz beim Management von Gunther Demnig in Berlin zwei weitere Termine für die Stadt Trier beantragt:

Zum einen wird soll dann derjenigen Schüler des MPG gedacht werden, die die Schule vor 1914 besucht haben und dennoch Opfer der nationalsozialistischen Terrorherrschaft geworden sind. Die Verlegung von ca. weiteren 20 Stolpersteinen erfolgt dann in der Böhmerstraße, einem ehemaligen Ausweichschulstandort, gemeinsam mit dem HGT.

Zum anderen werden die zahlreichen Stolpersteine bei einer zweiten Verlegung im Jahr 2020 berücksichtigt werden, die aufgrund der großangelegten Verlegungen für die Schüler des MPG aufgeschoben werden mussten (z.B. für Homosexuelle, Zwangssterilisationsopfer und Juden). Näheres werden wir 2020 zeitnah bekanntgeben. 

Wir freuen uns auf Dein/Ihr Erscheinen.

Mfg
Dr. Johannes Verbeek
(1. Vorsitzender des Kulturverein Kürenz e.V.)

(17.06.19)



Gedenken im Konzentrationslager Hinzert
Auf Einladung der Staatskanzlei in Mainz hat der 1. Vorsitzende des Kulturvereins Kürenz e.V., Dr. Johannes Verbeek, in Begleitung des wissenschaftlichen Beirates des Vereins im Vorstand, PD Dr. Thomas Schnitzler, am Samstag, den 21.09.19, an der Gedenkveranstaltung teilgenommen. Der Kulturverein ist Mitglied in der AG-Gedenken RLP.

02.10.19

Nach einem Telefonat mit dem Protokoll der Stadt Trier zeigt sich die Stadt immer noch verwirrt über die Rolle des Kulturvereins Kürenz e.V. in Bezug auf das Gedenken der Opfer des Nationalsozialismus bzw. über die Bedeutung der "Stolpersteine" und den persönlichen Kontaken, die wir über fünfzehn Jahre zu den überlebenden Angehörigen pflegen. - Das enttäuscht uns, weil es unsere Arbeit falsch darstellend abwertet.
02.10.19



Rücktritt vom Vorsitz des Kulturvereins Kürenz e.V.
Trier, den 02.10.19


 

Liebe Vorständler*innen,

 

hiermit möchte ich meinen sofortigen Rücktritt vom Amt des 1. Vorsitzenden des Kulturvereins Kürenz e.V. bekanntgeben.
Es ist mir nicht mehr möglich, mit allen Vorständler*innen eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zu gestalten. -
Ich bitte daher, meinen Entschluss ohne weitere Ausführungen zu respektieren.

Ich wünsche dem Verein und besonders der oder dem neue/n Vorsitzende/n alles gute für die Zukunft.


 

Liebe Grüße




***